Euro-Krise: Geldgeber diskutieren neue Zugeständnisse an Griechenland. Bedingungen für Auszahlung der nächsten Hilfstranche könnten aufgeweicht werden.
Bisher wurde die 120-Prozent-Marke als unumstößlich betrachtet, da sie als Grenze der Schuldentragfähigkeit gelten. Eine Abkehr ist umstritten. In Berlin gibt es wohlwollende und kritische Stimmen. Aus Zentralbankkreisen heißt es, das Ziel stehe. Offiziell wird sich die Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) ohnehin nicht davon verabschieden. Man werde sich nur nicht so stark darauf kaprizieren, hieß es.
Auch der IWF ist dem Vernehmen nach zu Zugeständnissen bereit. Athen soll nach Informationen der „Welt am Sonntag“ bis zu zwei Jahre mehr Zeit bekommen, sein Haushaltsloch zu schließen. Dann braucht Griechenland aber mehr Geld, um diese Zeit zu überbrücken. Ungeklärt ist, wer das finanzieren soll. Zwischen EU, EZB und IWF gibt es einen Streit um die richtige Richtung. „Es wird immer deutlicher, dass diese Troika eine schwierige Kombination ist“, sagt ein Notenbanker. „Es knirscht da ziemlich“, sagt ein Berliner Beobachter. „Alle drei Institutionen haben unterschiedliche Interessen“, sagt ein EU-Vertreter und fügt an: „Das macht es nicht gerade einfach, sich auf die Schlussfolgerungen des gemeinsamen Berichts zu einigen.“



