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Apple abwärts

Der Apfel beginnt sich zu lösen.  Apple wächst zwar weiterhin stark. Doch der Glanz früherer Tage – sowohl bei der Produktgestaltung als auch der Steigerung der Absatzzahlen – beginnt langsam zu verblassen.

 

von Carsten Englert

Vor gut 6 Wochen habe ich an dieser Stelle schon mal über den wertvollsten Konzern der Welt geschrieben: Apple. Damals habe ich mich unter der Überschrift „Fällt der Apfel bald vom Stamm“ mit der Frage beschäftigt, ob Apple die Innovationskraft verloren gegangen ist. Der Grund für diese Annahme war der Launch der neuen Variante des iPhones, dem iPhone 5. Kurz gesagt: Es ist etwas länger geworden. Ansonsten hat sich – mal abgesehen von moderaten technischen Weiterentwicklungen im Inneren – nicht viel geändert.

Mittlerweile hat Apple eine ganze Phalanx von „neuen“ Produkten an den Markt gebracht. Vorneweg das iPad Mini. Das Format ist in der Tat neu. Doch wenn man es kritisch beäugen will, dann kann man auch einfach sagen: Es ist das iPad, nur kleingeschrumpft. Darüber hinaus hat Apple in dieser Woche eine neuen iMac auf den Markt gebracht. Nun, er ist dünner geworden. Ansonsten sieht es genauso aus wie sein Vorgänger. Dazu gab es noch ein Upgrade des kleinen MacBook Pro.

Das gibt es jetzt auch mit dem besseren Retina-Display. Kleiner, länger, schmaler, besseres Display. Das sind die Attribute, mit denen Apples Neuheiten umschrieben werden können. Apple zeigt einmal mehr, dass nach der Revolution – die iPad und iPhone ohne Zweifel für den Technologiemarkt waren! – stets nur noch die Evolution folgt.

Das Unternehmen ist satt geworden und verwaltet den Erfolg, anstatt offensiv der immer stärker werdenden Konkurrenz entgegenzutreten. Zwar ist für Apple der Weg zum absteigenden Ast noch in weiter Ferne. Doch wenn nicht bald der Mut eines Steve Jobs zurückkehrt, wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis auch dieses Imperium seinen Niedergang finden wird. Ich gebe zu, bei der derzeitigen scheinbaren Allmacht des größten Unternehmens aller Zeiten – gemessen am Börsenwert – eine vermeintlich utopische Vorstellung. Doch auch in der Blüte des römischen Reichs erschien der Gedanke an einen Niedergang ziemlich abwegig.

Bei den letzte Woche veröffentlichten Zahlen konnte Apple zwar ein deutliches Umsatz- und Gewinnwachstum verkünden, doch zumindest beim Gewinn je Aktie wurden die Erwartungen knapp verfehlt. Schlimmer noch: Apple hat auch bei den eigentlich schon nach unten korrigierten Verkaufszahlen des iPads enttäuscht: Anstatt der nun erwarteten 15 Millionen wurden „lediglich“ 14 Millionen iPads abgesetzt. Apple wächst zwar weiterhin stark. Doch der Glanz früherer Tage – sowohl bei der Produktgestaltung als auch der Steigerung der Absatzzahlen – beginnt langsam zu verblassen.

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