Nach dem Obama-Sieg fallen die Börsen. Wie geht es jetzt weiter an den Märkten? Hat ein US-Präsident angesichts des Schuldenrekords im Land des unbegrenzten Gelddruckens überhaupt noch eine Chance, einen Handlungsspielraum? Fiscal Cliff und Schuldenlimit warten schon. Noch nicht einmal ein Wunder kann die USA jetzt noch retten. In der Zwischenzeit wird Europa für die Kursstürze verantwortlich gemacht.
von Peter Ziemann
Was ist denn da wieder mit den System-Medien los. Gestern früh, als der Wahlerfolg des Demokraten Obama bereits feststand, haussierten die Börsen. Der DAX stieg um über 40 Punkte auf 7.420 an. Und auch Gold stabilisierte sich weiter und erreichte zum A.M. Fix mit $1.730,50 (EUR 1.345,86) seinen gestrigen Tageshöchststand.
Begründung der stets gut informierten Medien: Das muss an dem Sieg Obamas liegen.
Von nun an ging es bergab. Der DAX drehte ins Minus und verlor im Tagesvergleich 145 Punkte oder 2,0 Prozent seines Wertes. Aber auch der New Yorker Aktienindex (DJIA) verlor zwei Prozent seines Wertes.
US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) verlor $3,60 und steht nun nur noch knapp oberhalb der Marke von $86 – der Tagesverlust summierte sich hier auf vier Prozent.
Gold und Silber konnten sich dieser Entwicklung nicht vollständig entziehen. Allerdings betrug der Kurs des gelben Metalls zum COMEX-Schluss $1.713,60 (EUR 1.342,26), und damit ging nur ein Dollar im Vergleich zu der Notierung von gestern verloren. Vergleicht man allerdings den COMEX-Schlusskurs mit dem A.M. Fix, dann bröckelte der Goldkurs im Laufe des Tages um $17 ab.
Ein Grund war sicherlich der schwache Euro, der im Tagesvergleich 0,5 Prozent seines Wertes gegenüber dem US-Dollar einbüßte. Ein schwacher Euro war schon immer den Asset-Märkten nicht besonders zuträglich.
Da unsere lokale Währung allerdings Euro heißt, blicken wir auf die Euro-Goldkurse. Und diese bewegten sich heute oberhalb der Marke von EUR 1.340.
Seit langem tat sich auch wieder einmal etwas bei dem von mir ermittelten Quotienten aus dem US-Dollarindex (USDX) und den Real-Renditen der 10-jährigen Treasury Notes. Dieser Wert überschritt nämlich die Marke von 50 Punkten – mit 50,5 Punkten zog dieser Wert um 3,1 Punkte insbesondere wegen der auf 1,6 Prozent verfallenden Real-Renditen an.
Solche Bewegungsmuster haben wir bereits öfter in der Vergangenheit beobachten können.
Nun musste die Presse ihre Erklärung des Kursverlaufs fundamental ändern. Plötzlich würden wieder die Probleme in Europa in den Vordergrund treten, hieß es. Eine zweite Theorie lautete, dass Obama nun massiv Ausgaben-Streichungen im Haushalt vornehmen würde und zugleich die Steuern erhöhen.
Wir wissen, dass das Unsinn ist. Nur ein französischer Sozialist kann einen solchen Kamikaze-Kurs einschlagen. Die US-Blasenökonomie lebt eben nur auf Pump mittels der FED, die beliebig viele Dollars erzeugen kann. Warum sollte Obama nun plötzlich eine Depression mit einer tödlichen Deflations-Spirale riskieren wollen.



