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Teure Nieten

Deutschlands Konzernzentralen als Sammelpunkt von „Versagern, Anpassern, Duckmäusern und Blendern“. Das Management-Versagen hat noch größere Dimensionen erreicht und die Vergütungen sind weiter angestiegen.

 

von Norman Hanert

Mittlerweile ist es über 20 Jahre her, dass Günter Oggers Manager-Schelte „Nieten in Nadelstreifen“ den Nerv der Zeit getroffen hatte und zum Bestseller wurde. Deutschlands Konzernzentralen als Sammelpunkt von „Versagern, Anpassern, Duckmäusern und Blendern“, so der damalige Tenor. Verfolgt man die aktuelle Diskussion um die Qualität der deutschen Führungskräfte, dann scheinen sich in den letzten 20 Jahren nur zwei Dinge geändert zu haben: das Management-Versagen hat noch größere Dimensionen erreicht und die Vergütungen sind weiter angestiegen.

 

So recht will die Entwicklung nicht zusammenpassen. Während Deutschlands Arbeitnehmer seit der Einführung des Euro stagnierende Reallöhne in Kauf nehmen mussten, haben sich die Bezüge der Vorstände der Dax-Unternehmen allein zwischen 2003 und 2011 verdoppelt. Gleich nach ihren britischen Kollegen zählen Deutschlands Konzernchefs mittlerweile zu den Top-Verdienern in Europa. Im Jahr 2011 wurden im Schnitt 4,3 Millionen Euro an Vergütungen gezahlt, so das Ergebnis einer Untersuchung des Beratungsdienstes Expert Corporate Governance Service (ECGS). Den Rekord-Vergütungen der Spitzenmanager stehen zwar oft auch sprudelnde Gewinne gegenüber, genauso aber auch oft Meldungen über krasses Versagen, die keine Auswirkungen auf die üppigen Vergütungen zu haben scheinen. Beredtes Beispiel war die Diskussion um Boni-Zahlungen bei Banken, die mit Steuergeldern gerettet werden mussten. Auch die Klassiker unternehmerischer Fehentscheidungen, die Engagements deutscher Konzerne in den USA wie Daimler, Deutsche Post und Telekom, hatten zwar Milliardenkosten zur Folge, selten aber personelle Konsequenzen. Dass die regelmäßig wiederkehrenden Mega-Flops systemische Gründe haben könnten, lässt die aktuelle Kritik des Bundesverbandes der Personalmanager erahnen.


„Viele Führungspositionen in deutschen Unternehmen werden mit den falschen Leuten besetzt“, so der Verbandspräsident Jo-achim Sauer gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Sauer sieht gleich mehrere Gründe. Zu häufig befördert werden Personen, die für Führungsposten nicht geeignet sind: reine Fachleute, besonders durchsetzungsstarke Persönlichkeiten oder aber diejenigen mit der längsten Firmenzugehörigkeit. Auf der Strecke bleiben dann oft genug Mitarbeiter, die eigentlich die bessere Besetzung wären. „Kompetenz, Empathie oder die Fähigkeit zur Reflexion spielen dabei kaum eine Rolle“, so Sauer.


Verschärft wird diese weit verbreitete Beförderungspraxis noch durch eine andere Entwicklung. Fehlentscheidungen und Versagen an der Spitze von Unternehmen ziehen oft keinerlei Konsequenzen nach sich. Werden zumindest die operativen Vorgaben erfüllt, dann ist schlechtes Führungsverhalten für 82 Prozent der Unternehmen kein Anlass, sich von dem betreffenden Mitarbeiter zu trennen, so das Ergebnis einer Studie der Hochschule Osnabrück. Im Zuge des demografischen Wandels und des drohenden Mangels an Fachkräften dürfte die Neigung vieler Firmen, „Arbeitgeberattraktivität“ zur Schau zu stellen, sogar noch weiter zunehmen. Noch mehr als jetzt dürften zumindest gegenüber der höheren Führungsebene selbst bei krassem Fehlverhalten beide Augen zugedrückt werden. Vor allem im Bankensektor scheinen bereits jetzt eklatante Fehlleistungen kein Grund für einen Karriereknick zu sein.


Die „Vollkasko-Mentalität“, die mittlerweile an der Spitze vieler größerer Konzerne um sich gegriffen hat, basiert auf einem einfachen Hintergrund. In der Praxis ist jegliches Korrektiv abhanden gekommen. Viele Aufsichtsräte, die eigentlich die Unternehmensvorstände beaufsichtigen und kontrollieren müssten, versagen in Deutschland regelmäßig. Und die Politik hat an der Entwicklung einen gewichtigen Anteil: Aufsichtsratsposten sind oft genug zu hochdotierten „Minijobs“ ohne jegliche Verantwortung mutiert. Mit der lukrativen Nebenverdienstmöglichkeit in Aufsichtsräten werden immer öfter auch Politiker versorgt. Entsprechend gering ist die Aussicht auf Änderungen der eingerissen Unsitten. In Reinkultur lässt sich das Zusammenspiel von versagendem Management und Absolution erteilenden Politikern derzeit im Aufsichtsrat von Deutschlands „peinlichster Baustelle“, dem Großflughafen Berlin-Brandenburg, beobachten. Weder eine Kostenexplosion um mehrere Milliarden Euro noch die mehrmalige Verschiebung des Eröffnungstermins haben der symbiotischen Beziehung zwischen dem Geschäftsführer der Flughafengesellschaft, Rainer Schwarz, und den „kontrollierenden“ Aufsichtsratsmitgliedern Klaus Wowereit und Matthias Platzeck bisher wirklich einen Abbruch tun können.


Die Problematik des regelmäßigen Versagens der Aufsichtsräte ist seit langem bekannt, eine Lösung allerdings kaum in Sicht. Zu hoch ist die Anzahl der Profiteure der jetzigen Zustände in den deutschen Aufsichtsräten, zu gering das Risiko, jemals für Versagen zur Verantwortung gezogen zu werden. Bis heute ist in Deutschland kein Mitglied eines Aufsichtsrats jemals für sein Versagen zur Verantwortung gezogen worden. Selbst die juristische Aufarbeitung der spektakulären Übernahme von Mannesmann Mobilfunk durch Vodafone im Jahre 2000 endet trotz einer Schadenssumme von rund 60 Millionen Euro für extrem hohe Abfindungen letztendlich mit einer Einstellung des Verfahrens gegen den Aufsichtsrat. 

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