Die korrupte Insel-Republik Zypern bleibt in der Euro-Zone. So will es der EU-Währungskommissar. Gemessen am BIP wird die Rettung des Afrika-Anrainers das teuerste Unterfangen seit der Euro-Krise. Gerettet werden in erster Linie marode Banken mit Milliarden Schwarzgeldkonten.
EU-Währungskommissar Olli Rehn hat einem Zeitungsbericht zufolge davor gewarnt, die Bedeutung des hoch verschuldeten Euro-Staates Zypern zu unterschätzen. Das Land müsse stabilisiert werden, um die Euro-Zone insgesamt zu sichern, sagte Rehn der "Süddeutschen Zeitung" (Freitagausgabe). "Die Größe eines Landes darf kein Maßstab dafür sein, wie relevant ein Land für die Gemeinschaft ist." Die Währungsunion sei nur dann stabil, wenn jedes einzelne Mitglied solide Finanzen und Unternehmen habe. "Zypern ist und bleibt Mitglied der Euro-Zone", sagte Rehn.
Vertreter der Euro-Zone und der Internationale Währungsfonds verhandeln derzeit mit dem Land über ein Hilfspaket im Volumen von 17,5 Milliarden Euro. Der Mittelmeerstaat braucht das Geld vor allem, um seinen aufgeblähten und maroden Bankensektor zu sanieren. Etliche EU-Partner werfen dem Land vor, dass es mit laxen Geldwäschekontrollen enorme Summen aus Russland angezogen habe. Die Regierung weist dies zurück und hat davon gesprochen, dass es sich um Gerüchte handele. In der Euro-Zone gibt es aber auch Zweifel, ob die Krise in dem Mittelmeerstaat die Währungsgemeinschaft insgesamt gefährden könnte.



