Moody's entzieht Großbritannien das Spitzenrating AAA. Grund: Rasant steigenden Verschuldung.
Die Ratingagentur Moody's hat Großbritannien das Spitzenrating bei der Kreditwürdigkeit entzogen. Die Agentur senkte angesichts der rasant steigenden Verschuldung die Bewertung um eine Stufe auf Aa1 von zuvor AAA. Die USA und Frankreich haben im Zuge der Finanzkrise ihre AAA-Note bereits verloren. Allerdings hatte dies bei beiden Ländern keine größeren Auswirkungen auf die Kreditkosten. Deutschland hingegen besitzt noch immer das Spitzenrating.
Die Bank of England kauft schon seit langem englische Bonds auf und hält die Zinsen damit künstlich niedrig. Bisher hat die Zentralbank bereits 40% der englischen Staatsverschuldung in den Büchern. Das ist die Schwelle, an dem die Notenbank selbst unter Beschuss kommen könnte.
Moody's erklärte am Freitagabend nach US-Börsenschluss, die britische Rückstufung erfolge auch wegen der anhaltenden Schwäche bei den mittelfristigen Wachstumsperspektiven des Landes. Diese werde wohl auch noch einige Jahre hinziehen. Das liege an einer schwächeren Weltwirtschaft und den Folgen des Sparkurses von Regierung und Unternehmen. Gleichwohl mache die grundsätzlich vorhandene Wirtschaftskraft des Landes und ein politischer Wille eine finanzielle Konsolidierung in Großbritannien möglich. Der Ausblick für das neue Rating Aa1 sei jedenfalls stabil.



