Betrachtungen über das „Böse“. Die Vorstellung eines personifizierten „Bösen“ - also des „Teufels“ und seiner „Dämonen“ - ist naiver, infantiler Aberglaube sowie Folge von Verdrängung und Projektion aus Faulheit, Feigheit und Schwäche, also aus selbst-verschuldeter Unmündigkeit. Das „Böse“ hat keine Substanz, sondern ist eine Funktion der menschlichen Seele.
von Norbert Knobloch
Wie Gurdjieff sehr richtig betont, hat der persische Dualismus bei Juden, Christen und Muslimen zu irrtümlichen, falschen Vorstellungen von „Gut“ und „Böse“ als vermeintlich eigenständig bestehenden, personifizierten Kräften oder Mächten („Teufel“, „Dämonen“) außerhalb des Menschen geführt. Mazdaznan, die Lehre des Zarathustra, ist entschieden dualistisch und dialektisch. Es gibt zwei polare, antagonistische Mächte: Ahura Mazda, den („guten“) Geist der Wahrheit, und Ahriman, den („bösen“) Geist der Lüge. Unter den Sassaniden wurden Ahura Mazda zu Ohrmazd und Ahriman zu Aremanios. Doch in einer der authentischen Hymnen des Avesta (siehe Anhang) wird gesagt, daß Ahura Mazda / Ohrmazd und Ahriman / Aremanios Zwillinge seien.
Jenseits von „Gut“ und „Böse“ ist Zervan / Zurvan, die „Unergründliche Quelle“ (vgl. die Namen Gottes der Mystiker Meister Eckhart [„Abgrund“], Jakob Böhme [„Ungrund“], F. W. J. von Schelling [„Urgrund“]!). Zervan / Zurvan ist die absolute, unpersönliche (sic!), geistige, intelligente Quelle der Welt und der ewigen Gesetze dieser Welt (vgl. Dr. Peter Plichta / »Intelligent Design«). Eines dieser Gesetze besagt, daß alles existierende Seiende seinem eigenen ergänzendem Gegenteil gegenübergestellt ist (vgl. Yin / Yang und Dr. Peter Plichta: -1 / + 1). Das ist das Gesetz der Polarität (ein weiteres ist z. B. das Gesetz der Resonanz), dem alles Existierende, alles Seiende unterliegt, und Polarität ist dialektisch: Beide Pole setzen einander voraus und schließen gleichzeitig einander aus. Sie sind sowohl antagonistisch wie auch komplementär. Es bestehen zwischen ihnen die (scheinbar) paradoxen Relationen sowohl der wechselseitigen Abhängigkeit voneinander und der eigenständigen Selbständigkeit wie auch des Einander-Anziehens (vgl. Elektrizität!) und des Einander-Ausschließens. Jeder Pol ist das Andere des jeweils Anderen, das dieses Andere negiert, aber ergänzt, und gleichzeitig ist seine eigene Existenz durch dieses je Andere bedingt (z. B. „Gut“ und „Böse“, Männliches und Weibliches / Mann und Weib, Tag und Nacht, Licht und Schatten, Schwarz und Weiß, Positiv und Negativ, Nordpol und Südpol.)
(Deswegen ist der Versuch des „politisch korrekten“, aber perfiden und perversen Gender Mainstream, Mann und Frau künstlich „gleich“ sowie die so genannte „sexuelle Orientierung“ willkürlich beliebig machen zu wollen, wahnsinnig und gefährlich, nämlich destruktiv! Die beiden natürlichen biologischen Geschlechter sind natürlich [im doppelten Wortsinn] nicht gleich, sondern antagonistisch und komplementär – „Gott sei Dank“! Und u. a. aus diesem Grund ist z. B. Homo-sexualität widernatürlich – sie verletzt das natürliche, kosmische, göttliche Gesetz der Polarität. [Analogie: In der Elektrizität stoßen sich gleiche Pole ab, unterschiedliche Pole ziehen sich an!])
Erst die Integration beider Pole stellt wieder Einheit, Ganzheit, Heil her (auf psychischer, mentaler und spiritueller Ebene die Vereinigung von Mann und Frau in der Liebe, auf physischer Ebene die körperliche Vereinigung von Mann und Weib im Geschlechtsakt [vgl. Tantra-Yoga, Platon, Gastmahl]). Das ist die Aufgabe jedes lebenden Menschen und der einzige Sinn des sich seiner selbst bewußten Lebens: „Der Zweck des Lebens auf der Erde ist die Entdeckung unseres wahren Wesens und das Handeln nach dieser Erkenntnis.“ (Henry Valentine Miller in Nexus). „Erkenne dich selbst – dann erkennst du Gott“ stand deshalb auch über dem Tempel des Apollon zu Delphi, in dem die Seherin Pythia in Trance den Bittstellern den Willen des Gottes kundtat. Der amerikanische Psychoanalytiker und Psychotherapeut Scott M. Peck macht „Gott“ daher auch im Unbewußten aus. Folgerichtig muß man dann auch den (vermeintlichen) „Gegenspieler“ eines (fälschlich) personifizierten Gottes, das (ebenso fälschlich) personifizierte „Böse“, also den „Teufel“, im Unbewußten des Menschen suchen – und wird dort auch sehr schnell fündig (siehe weiter unten).
Dementsprechend bedeutet auch das altgriechische Wort für »Sünde«, »hamartia«, ursprünglich und wörtlich „das Ziel verfehlen“: Wer seine ihm angeborene, allein menschliche Eigenschaft der Erkenntnis-Fähigkeit, die die ebenso menschliche Eigenschaft der Entscheidungs-Fähigkeit überhaupt erst möglich und so das Tier, den „nackten Affen“ (Desmond Morris) erst zum Menschen macht, aus Feigheit, Schwäche und Faulheit, also aus selbstverschuldeter Unmündigkeit, nicht trainiert, entwickelt und nutzt, hat das Ziel, nämlich das wahre Menschsein, verfehlt, ist also der wahre Sünder: „Die Sünde ist weniger eine Herausforderung Gottes als eine Leugnung der Seele, weniger eine Verletzung des Gesetzes als ein Verrat gegen sich selbst.“ (Sarvepalli Radhakrishnan, Die Weltanschauung der Hindu; vgl. Arno Gruen, Der Verrat am Selbst. Die Angst vor Autonomie bei Mann und Frau) Der selbstverschuldet unmündige Mensch bleibt gewissermaßen freiwillig auf der Stufe des Tieres oder zumindest des Kleinkindes stehen und ist daher der eigentlicher Sünder.
Karl Marx hatte sich an der Dialektik der Polarität des Lebens (siehe oben) versucht („Diamat“; siehe www.mmnews.de), war aber gescheitert (weil er als Vertreter des Materialismus intellektuell beschränkt war) – im Gegensatz beispielsweise zu Platon („Gastmahl“) und Sri Aurobino („Der integrale Yoga“), die es als Vertreter des Idealismus verstehen konnten und verstanden hatten. Auch die Juden, die Christen und die Muslime sind an dieser Aufgabe gescheitert: Sie haben den als „unerträglich“ empfundenen „Schatten“ (Carl Gustav Jung), nämlich den eigenen „negativen“ oder „dunklen“ Aspekt des Menschen, verdrängt, mit dem Weiblichen identifiziert, nach außen projiziert (auf das Weib / die Frau), personifiziert und dämonisiert (als „Teufel“ und „Dämonen“). Daher rührt die extreme, perverse, pathologische Frauen-, Leib- und Sexual-Feindlichkeit dieser drei patriarchalischen, chauvinistischen, sexistischen Religionen. Dort, also außen oder „draußen“, bekämpfen sie es nun – natürlich vergeblich, denn es ist innen, in ihnen selber. Das „Böse“ hat keine Substanz, ist keine Person, sondern eine menschliche Eigenschaft, also eine Funktion. Dieser Funktion kann und muß sich der Mensch bewußt werden, um sich dann für das „Gute“ entscheiden zu können. Solange das nicht verstanden ist und nicht beherzigt wird, wird es Gewalt, Unrecht und Leid auf der Erde geben.
Das alles und noch viel mehr steht in Wahrheit in der Bibel – in verschlüsselter, esoterischer Geheimsprache als Mythologie. Natürlich ist auch die persisch-iranische Religion Mythologie – wie alle Religionen. »Mythologie« ist immer allegorisch und symbolisch dargestellte Tiefen-Psychologie! „Der Mythos ist das Drehbuch für den Kultus; der Kultus ist die Regie-Anweisung für den Ritus.“ (N. K.) Der »Mythos« ist Erzählung, Fabel, Sage – die Kunde von den göttlichen Gesetzen, der Ordnung des Kosmos (»kosmos«, griechisch: Ordnung, Schmuck!) und der Stellung des Menschen darin. Der »Kult« oder »Kultus« ist die Verehrung des Göttlichen in festgelegten religiösen Handlungen, also „Gottesdienst“ (von »cultus«, 2. Partizipium [Partizip Perfect Passiv] zu »colere«, lateinisch: pflegen, verehren; vgl. »Kultur«). Der »Ritus« ist die vollzogene kultische Zeremonie, in der die göttlichen Gesetze erinnert, bestätigt und gefeiert werden und der Göttin / dem Gott oder den Göttern dafür gedankt wird. Mythos, Kultus und Ritus sind technisch-psychologische Hilfsmittel für den Menschen, um sich in der Realität der Welt zurechtzufinden.
Das Judentum, das Christentum und der Islam sind nicht verstandene, nämlich wörtlich und materiell statt figurativ und ideell, also naiv und trivial ausgelegte Mythologie oder esoterische Philosophie – das heißt infantiler (kindischer) Aberglaube. Das Alte Testament beruht auf nicht verstandener und wörtlich ausgelegter Qabbalah; das Neue Testament beruht auf nicht verstandenem und wörtlich ausgelegtem Alten Testament; und der Qur´an / Koran beruht auf nicht verstandenem und wörtlich ausgelegtem Alten und Neuen Testament. Die Qabbalah wiederum beruht auf ägyptischen, sumerischen, akkadischen (assyrisch-babylonischen) und persisch-iranischen sowie indisch-vedischen Mysterien-Schulen / Weisheits-Lehren. (Vgl. G. I. Gurdjieff, P. D. Ouspensky, J. G. Bennett)
Anhang:
Das persische Avesta ist ein Korpus von kosmogonischen, legislativen und liturgischen Texten, das ursprünglich wesentlich mehr Texte umfaßte, aber zur Zeit Alexanders des Großen größtenteils verloren ging. Aus erhaltenen, vorhandenen Resten stellten persische Magier (Priester) im 3. und 4. Jahrhundert einen Kanon von 21 Büchern zusammen, der in fünf Teile gegliedert ist: 1. Yasna, ein Ritualbuch, das als ältestes Element die Gathas (Verspredigten) Zarathustras enthält; 2. Vispered, Lobreden auf die zoroastrischen Magier / Priester; 3. Yashts, Hymnen an die Gottheiten; 4. Vendidad, ein religiöses Gesetzbuch; 5. Khorda, ein Gebetbuch. (Nach Gérald Messadié, Teufel, Satan, Luzifer – Universalgeschichte des Bösen, Eichborn GmbH & Co. Verlag KG, Frankfurt / Main 1995, S. 398 [Anm. Nr. 13 zu S. 112, Kapitel „Zarathustra, die ersten Ajatollahs und die wahre Geburt des Teufels“, S. 101 – 125])
Das Wort „Satan“, bei den Juden erstmalig nach dem babylonischen Exil gebräuchlich, erfuhr bei der Übersetzung vom Hebräischen / Aramäischen ins Altgriechische eine willkürliche und sinnverfälschende Bedeutungs-Veränderung: Heißt »har-shatan« im Hebräischen noch ganz neutral „Ankläger“ oder „Anwalt“ (Gottes – also svw. „Staatsanwalt“!), so bedeutet »diabolos« im Griechischen „falscher Ankläger“, „Verleumder“, wörtlich: „Durcheinanderwerfer“ – von »dia«: auseinander, durcheinander und »ballein«: werfen. Von bibelgriechisch »diabolos« über kirchenlateinisch »diabolus«, gotisch »diuvulus«, althochdeutsch »tiufal«, mittelhochdeutsch »tiuvel« und frühneuhochdeutsch »tievel« leitet sich die erst seit dem Mittelalter im deutschsprachigen Raum gebräuchliche Bezeichnung „Teufel“ ab.
Der Ursprung des „christlichen“ Teufelsbildes sind die jüdischen Pseudepigraphen (1. und 2. Buch Henoch, Leben Adams und Evas, Testament der Zwölf Patriarchen, Jubiläenbuch u. a.). (Die Funktion Satans als „Staatsanwalt“ am „Gerichtshof“ Gottes ist höchstwahrscheinlich aus dem Persischen übernommen [nach Haag, Heer u. Brock-Utne]). Es handelt sich, tiefenpsychologisch betrachtet, um einen Prozeß der Polarisierung der ursprünglich integrierten Anteile der androgynen / hermaphroditischen Gottheit, der Abspaltung ihrer als „negativ“ empfundenen Aspekte, schließlich der Personifizierung und Dämonisierung sowie Übertragung und Projektion der abgespaltenen „negativen“ Anteile auf das Weib durch den Mann – also um einen Verdrängungs- und Sündenbock-Prozeß. Mit anderen Worten: „Der zunächst integrierte, dann in dialektischer (Selbst-) Auseinandersetzung stehende »Schatten« [vgl. C. G. Jung] Gottes wird zu seinem Gegenspieler.“ (Dagmar Scherf, Der Teufel und das Weib. Eine kulturgeschichtliche Spurensuche, Fischer Taschenbuch Verlag GmbH, Frankfurt am Main 1990, S. 69)
Die panische Furcht des Mannes vor diesem „Schatten“ (dem „Schatten“ der „Großen Göttin“; vgl. Barbara G. Walker, Das geheime Wissen der Frauen, Heide Göttner-Abendroth, Die große Göttin, und Robert von Ranke-Graves, Die weiße Göttin) – Motiv der Verdrängung und Dämonisierung der eigenen Anima des Mannes (vgl. C. G. Jung) und Wurzel der extremen Leib-, Frauen- und Sexualfeindlichkeit der drei patriarchalisch-chauvinistischen, monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam – galt vor allem dem Weiblichen / dem Weib, motiviert durch die „Angstneidwut“ (Dagmar Scherf) des Mannes auf die Sexualität, die Fruchtbarkeit und die Gebärfähigkeit der Frau.
Das Christentum hat „den destruktiv-verschlingenden Aspekt des Großen Weiblichen nicht akzeptiert.“ (Günther Zacharias, Satanskult und Schwarze Messen, Wiesbaden 1964, S. 86) Es hat die Ambivalenz nicht ausgehalten, sondern das Un-Heimliche vom Heimlichen abgespalten und in den Abgrund des menschlichen (individuellen und kollektiven) Unbewußten verstoßen. Es hat sich seine „Hölle“ selber geschaffen. Seitdem gibt es als Produkte der Spaltung und Verdrängung zwei ewig statische, psychologisch wirkmächtige Extreme: „Himmel“ und „Hölle“. Das Extrem der christlichen Position verlangt gemäß dem dialektischen Gesetz der Polarität eine ebenso extreme Gegenposition.
(Die Ironie liegt darin, daß es im Grunde die projizierte Vorstellung, die virtuelle Rolle, die fiktive Figur des Satans ist, die die Ganzheit des Göttlichen noch in der [künstlichen] Trennung erhält: Würde, bildlich formuliert, Satan sich reuig Christus / Gott unterwerfen, also „rein“ und „gut“ werden, so wäre dessen [Gottes] ursprünglich ambivalente Einheit endgültig verloren. Es gäbe dann überhaupt kein „Gut“ mehr, denn es braucht nach dem dialektischen Gesetz der Polarität ja seinen antagonistischen und komplementären Gegenpol, das „Böse“.)
Übriggeblieben ist in den drei patriarchalischen monotheistischen Religionen das, was Christa Mulack „Demi-Theismus“ und der Verfasser „Torso-Theismus“ nennt: ein „gereinigter“, „kastrierter“, „amputierter“, „halbierter“ Vater-Gott und ein in den Dreck getretenes, zerstörtes Bild der Mutter-Göttin / Großen Göttin, die beide ursprünglich in der ambivalenten, androgynen, hermaphroditischen Ur-Gottheit integriert gewesen waren. (Vgl. Christa Mulack, Die Weiblichkeit Gottes. Matriarchalische Voraussetzungen des Gottesbildes, Stuttgart 1983)
„Das Weltbild der katholischen Dogmatik ist somit im Grunde dualistisch.“ (Herbert Haag, Teufelsglaube, Tübingen 1980, S. 51) Darin liegt eine, wenn nicht die prinzipielle Problematik der christlichen Religion: „Die Wirkungen des fast zweitausendjährigen Spaltungsprozesses reichen in seelische Tiefen, die von der Bewußtseinseinstellung weitgehend unabhängig sind.“ (Günther Zacharias, Satanskult und Schwarze Messen, Wiesbaden 1964, S. 172) Es ergeht der Kirche jetzt ähnlich wie Goethes Zauberlehrling : das bis zur Unkenntlichkeit verzerrte eigene Spiegelbild, die Teufelsfratze, die sie selber jahrtausendelang an die Wand gemalt hat, wird sie nun nicht mehr los.
Unsere Kultur ist zutiefst sexistisch, nämlich durchdrungen von der arroganten, absurden Überzeugung und der chauvinistischen Behauptung, daß nur der Mann – nicht aber die Frau – „nach dem Bilde Gottes“ geschaffen worden wäre (dabei steht in der Bibel das Gegenteil: s. 1. Mo 1: 26, 27). Es ist wohl eher umgekehrt: „Gottvater“, der „Herrgott“ als menschliche, männliche Projektion des selbstherrlichen, selbstgerechten, selbstgefälligen Bildes des Mannes von sich selber. Die „moderne“ Christenheit hält es für „selbstverständlich“, „Gott“ in den männlichen Gestalten des Vaters und des Sohnes anzubeten, ohne sich „Gott“ jemals in den weiblichen Gestalten der Mutter und der Tochter vorstellen zu können (und zu wollen), wie es in (fast) allen alten Hochkulturen der Fall war.
Als „Erlöserkult“ legt das Christentum seinem hanebüchenen Sühnemodell die sexistische Vorstellung „weiblicher Schlechtigkeit“ zugrunde: Die „Erlösung“ wäre „notwendig“, weil es angeblich einen „Sündenfall“ gegeben hätte – und zwar durch das archetypische Weib. Ohne Evas „Ungehorsam“ hätte es keine „Sünde“ gegeben und somit auch nicht die angebliche „Notwendigkeit“ der „Erlösung“. Die selbsternannten Kirchenväter erklärten, diese „Ursünde“ würde von jeder Frau bei der sexuellen Empfängnis während des Beischlafs und den Akt des Gebärens durch alle Generationen weitergetragen; das nennen sie „Erbsünde“. Die für den Mann geheimnisvolle, aber unwiderstehliche sexuelle Attraktivität der Frau („Und ewig lockt das Weib“) verleitete den Mann zur „verderblichen Lüsternheit“, die auch und selbst innerhalb der Ehe den „Makel der Sünde“ auf jeden Mann übertrage. Das Weib stünde geradezu „mit dem Teufel (der Schlange) im Bunde“. (Allerdings ist die Schlange das Symbol der männlichen Sexualität; das Symbol der weiblichen Sexualität ist das umgedrehte Dreieck! Da haben die Kirchenväter wohl etwas verwechselt...) So sprach der „heilige“ Augustinus, und die Kirche ist bis heute nicht von seiner chauvinistisch-sexistischen Meinung abgerückt.
Fast alle „großen“ Kleriker waren und sind der sexistischen Ansicht, daß alle Frauen für die „Ursünde“ / „Erbsünde“, die Tod und Verdammnis über die Menschheit (die Männer!) gebracht hätte, verantwortlich wären und Bestrafung verdienten. Dieser krankhafte, zwanghafte Wahn ermöglichte „Hexen-Verfolgungen und „Hexen“-Verbrennungen sowie Verstümmelungen („Beschneidungen“) und Vergewaltigungen der Frauen, um nur die schlimmsten Folgen zu nennen.



