ARD-Putin-Interview: WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn mit totalem Realitätsverlust. Die Mehrheit der Zuschauer hätten ihn gelobt und "ein Psychogramm eines aggressiven Präsidenten gesehen".
Das ARD Putin-Interview mit dem Titel "Putin stellt sich" war eine der größten Blamagen der TV-Geschichte. Der Fragenkaspar - WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn - sieht dies jedoch ganz anders. Für ihn war das Gespräch ein großartiger Erfolg und so würden es angeblich auch die Zuschauer interpretieren.
In einem Beitrag mit der "Rheinischen Post" verteidigte Schönenborn sich gegen die Kritik an dem Interview, das er mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin geführt hat. Die Mehrheit der Zuschauer, die nach der Sendung reagiert hätte, hätten genau das gelobt und "ein Psychogramm eines aggressiven Präsidenten gesehen". Er räumt aber auch ein: "Ein kleiner Teil sieht das anders, aber das ist vermutlich das Risiko, das man bei einem so ungewöhnlichen Gespräch eingeht."
Schönenborn im Interview mit "Rheinische Post":
War der Titel "Putin stellt sich" für dieses Interview nicht etwas optimistisch gewählt?
Schönenborn Darüber kann man streiten. Er hat sich meinen Fragen gestellt. Die waren deutlich kritischer, als er das aus vielen Interviews gewohnt ist. Aber er ist natürlich auch Antworten schuldig geblieben. Ein Teil des Interviews hätte daher auch heißen können: "Putin weicht aus".
Im Nachhinein: War es richtig, darauf zu vertrauen, dass der Zuschauer das Spiel Putins schon durchschauen wird, wenn Sie einfach ruhig bleiben?
Schönenborn Das ist die Kernfrage nach diesem Interview. Die große Mehrheit der Zuschauer, die am Freitag nach der Sendung reagiert haben, hat genau das gelobt und hat ein Psychogramm eines aggressiven Präsidenten gesehen. Ein kleiner Teil sieht das anders, aber das ist vermutlich das Risiko, das man bei einem so ungewöhnlichen Gespräch eingeht.
Das Putin Interview. Die ARD-Blamage in voller Länge



