Sponsoren und Strenger geben Uli Hoeneß keine Rückendeckung. „Solange die Sache nicht endgültig geklärt ist, wäre es wichtig und richtig, das Amt ruhen zu lassen“.
Uli Hoeneß, der Aufsichtsratsvorsitzende der FC Bayern München AG, kann nicht mit Unterstützung seiner Sponsoren rechnen. Nach seiner Selbstanzeige wegen eines geheimen Kontos in der Schweiz ist Hoeneß in seiner Funktion im Kontrollgremium des Klubs in die Kritik geraten. Christian Strenger, der zu den bekanntesten Fachleuten in Fragen guter Unternehmensführung (Corporate Governance) zählt und Mitglied der Regierungskommission Deutscher Governance Kodex ist, legt Hoeneß sogar den geordneten Rückzug nah. „Solange die Sache nicht endgültig geklärt ist, wäre es wichtig und richtig, das Amt ruhen zu lassen“, sagte Strenger der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z./Donnerstagsausgabe). „Mit Blick auf die Wirkung auf den Fußball im Allgemeinen und Bayern München im Besonderen wäre es allerdings besser, wenn er sein Amt niederlegte.“
Aus dem Kreis der Sponsoren gab es am Mittwoch auch von jenen Unternehmen keine Rückendeckung für Hoeneß, die wirtschaftlich mit den Bayern verbunden sind. „Wir kommentieren das nicht“, sagte ein Sprecher von Audi gegenüber der F.A.Z. „Es betrifft den FC Bayern München, nicht uns“, sagte ein Sprecher von Adidas. Beide Unternehmen sind mit 9,1 Prozent an der FC Bayern München AG beteiligt. Ihre Vorstandsvorsitzenden Rupert Stadler (Audi) und Herbert Hainer (Adidas), sind Hoeneß’ Stellvertreter im Bayern-Aufsichtsrat. Sie und die sieben weiteren Mitglieder des Kontrollgremiums müssen Hoeneß’ Steueraffäre daraufhin bewerten, ob er als ihr Aufsichtsratsvorsitzender noch tragbar ist.



