Ermittlungsverfahren gegen Karl-Heinz Rummenigge eingeleitet. Verdacht auf Steuerhinterziehung. Es geht um zwei Rolex-Uhren aus Katar. - Gleicher Anwalt wie Hoeneß.
Gegen den Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern München, Karl-Heinz Rummenigge, läuft dem Nachrichtenmagazin FOCUS zufolge ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung. Wie FOCUS berichtet, wurde Rummenigge am 7. Februar 2013 auf dem Münchner Flughafen kontrolliert, nachdem er durch den grünen Ausgang („Nichts zu verzollen“) gehen wollte. Die Beamten fanden in seinem Handgepäck zwei wertvolle Rolex-Uhren. Rummenigge habe angegeben, die gebrauchten Uhren hätte ihm ein Freund in Katar geschenkt. Rummenigge kam gerade aus dem Wüstenstaat zurück, wo 2022 die Fußball-Weltmeisterschaften stattfinden sollen. Er hatte sich begeistert von der WM-Bewerbung Katars gezeigt, die weltweit umstritten ist.
Nach FOCUS-Informationen führt das Hauptzollamt Augsburg das Ermittlungsverfahren. Der Vorwurf lautet, Rummenigge habe die vorgeschriebenen 19 Prozent Einfuhr-Umsatzsteuer nicht entrichtet. Die zuständige Staatsanwaltschaft Landshut wollte FOCUS nichts zu einem Verfahren sagen, „weil das Steuergeheimnis derartige Auskünfte verbietet.“ Staatsanwalt Ralph Reiter stellte aber klar: „Sobald jemand den grünen Ausgang nimmt, erklärt er damit, dass er nichts zu verzollen hat. Wählt er ihn wider besseren Wissens, hat er Steuern hinterzogen.“ Derartige Fälle würden meist mit einem Strafbefehl geahndet.
Rummenigge wollte sich auf FOCUS-Anfrage nicht zu diesem Vorfall äußern. Sein Anwalt ist Werner Leitner, der auch Uli Hoeneß in dessen Steuer-Verfahren vertritt.



