US-Ökonom Shiller: Inflation hat Kursteigerungen an den Börsen gefressen. Rechne man sie mit ein, habe, „wer Anfang 2000 in den S&P 500 angelegt und alle Dividenden reinvestiert hat, (…) bis heute keinen Gewinn gemacht“.
Die Börsenhöchststände von Dax und Dow Jones hätten „nichts“ zu bedeuten, sagt Robert J. Shiller, US-Ökonom an der Universität Yale in der Wochenzeitung DIE ZEIT. „Bei diesem Rekordgejubel wird die Inflation vergessen, um die der Anstieg der Kurse noch bereinigt werden muss“, so Shiller. Rechne man sie mit ein, habe, „wer Anfang 2000 in den S&P 500 angelegt und alle Dividenden reinvestiert hat, (…) bis heute keinen Gewinn gemacht“. In dem Börsenindex S&P 500 sind die 500 der größten börsennotierten Unternehmen der USA versammelt.
Auf Nachfrage der ZEIT, ob er neue Blasengefahren sehe, antwortet Shiller: „Es fließt wieder viel Geld in Immobilien. Hier in den USA drückt die Notenbank nicht nur die langfristigen Zinsen, sondern durch gezielte Aufkäufe von Hypotheken bewusst auch die Hypothekenzinsen.“
Er könne sich vorstellen, dass die Rekordjagd an den Börsen noch zwei oder drei Jahre weitergehe. „Aber dann gibt es ein Ereignis, das die Märkte zum Kippen bringt. Etwa wenn sich die Lage in der EU weiter zuspitzt und die Rezession wieder in die USA herüberspült. Ein denkbarer Auslöser für eine neue Krise könnte auch sein, wenn die Notenbanken das Ende ihrer großzügigen Geldpolitik andeuten. Oder etwas ganz anderes, etwas, womit niemand rechnet“, so Shiller.



