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Gold-Crash: Größter Insider-Skandal der Geschichte?

Wurde der Crash bei Gold und Silber inszeniert? Wurden die Preise gar manipuliert? Wurden wichtige Makrtteilnehmer zuvor informiert? Fakt: Kurz vor dem Fall sprangen die Short-Kontrakte auf Rekord. Hauptgewinner: JPMorgan.

 

von Michael Mross

Was sonst im Leben gilt, trifft auch für die Börse zu: Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen. Der jähe Kurs-Sturz bei Gold und Silber könnte sich  zu einer der größten Insider-Trading Skandale entwickeln. Doch wo kein Kläger, da ist auch keine Klage. Die Merkwürdigkeiten in Zusammenhang mit dem Crash bei Edelmetallen könnten aber durchaus zu einer Prüfung Anlaß geben: Denn kurz vor dem Kollaps stiegen die Shortkontrakte bei der Comex auf Rekord. Hochgetrieben von den üblichen Verdächtigen - einer handvoll Banken und vor allem: JPMorgan.

Wussten da ein paar Leute mehr als andere? Wurde der Kurs-Crash gar von langer Hand vorbereitet? Wurden die Preise manipuliert? Fakt jedenfalls: Gegen Ende Mai stiegen die Shortkontrakte an der Comex drastisch an. Danach kam der große Fall? Zufall?

 

Ende Mai -Goldshorts auf Rekord:

Quelle: Bloomberg / Zerohedge

 

Wenn sich eine solche Situation bei einer x-beliebigen Aktie ereignen würde, wäre eine Prüfung durch die BaFin oder in diesem Fall durch die SEC garantiert. Im vorliegenden Fall jedoch geschah nichts. Gar nichts.

Ausweislich der COMEX war es speziell ein Player, der mit Gold-Shorts herausstach: JPMorgan. Ansonsten sind noch eine handvoll Banken mit dabei. 79416 Kontrakte wurden per Ende Mai geshortet. Das entspricht der Rekordsumme von rund 8 Millionen Unzen Gold bzw.  240 Tonnen des Edelmetalls.

Laut Statistik stand JPMorgan für 99% der Leerverkäufe. Trader witzelten schon, dass die Bank definitiv pleite geht, sollten die Preise anziehen. Außerdem wäre niemand in der Lage gewesen, 240 Tonnen Gold physich zu liefern.

Doch der letzte lacht bekanntlich am besten. Während vor einem Monat noch die Community die Pleite von JPM im Falle steigender Preise beschwor ("Es ist Zeit, die Lämmer zu schlachten", Zerohedge), streicht das US-Bankhaus nun zweistellige Milliardensummen an Gewinn ein. JPM hat die Wette offensichtlich gewonnen. Geschlachtet wurde nicht die Bank, sondern die Goldlämmer - besonders jene, welche hochgehebelt im Papiergoldmarkt investierten.

Die Frage bleibt: wie konnte die Bank eine so waghalsige Position eingehen, welche bei weiter steigenden Kursen definitiv in Pleite führen würde? Wie kommt es, dass ausgerechnet wenige Wochen vor dem großen Fall die Shortpositionen auf Rekord sprangen? Wussten da etwa wenige Eingeweihte mehr? Gehörte es zum Plan, dass die Edelmetallpreise gedrückt würden? Wurden die Preise gar von unbekannter Hand manipuliert? War alles abgesprochen, so dass kaum was schief gehen konnte? War es ein Free Lunch?

Doch JPM braucht sicherlich keine kritischen Fragen und auch kein Insiderverfahren zu fürchten. Möglicherweise genießt die Bank sogar den Schutz der Fed. Die Bankbilanzen dürften jedenfalls saniert sein. Und die SEC hat genug mit Kleinkram zu tun. Die Großen lässt man laufen...

 

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