Jedes Jahr kontrolliert das Statistische Bundesamt, wie viele Menschen nach Deutschland eingewandert und aus Deutschland ausgewandert sind. Seit Neuestem lässt sich dabei eine interessante Tendenz vorweisen: Es wandern mehr Deutsche aus als Ausländer einwandern.
Dies hat eine geringe Schrumpfung der Bevölkerungszahl zur Folge – bei 82 Millionen allerdings noch kein Grund zur Panik. Was zieht die Menschen weg von ihrem Heimatland, in fremde Kulturen und ungewohnte Landschaften? Warum sind Amerika, Polen und die Schweiz für die Auswanderer interessanter als das eigene Land? Letztlich scheint Deutschland für viele nicht mehr so attraktiv wie es noch vor zehn Jahren war. Andere Länder hingegen haben ihre große Anziehungskraft über Jahrhunderte hinweg beibehalten. Ein sehr gutes Beispiel dafür sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Schon im 19. Jahrhundert reisten die Menschen unter schwersten Bedingungen in die „Neue Welt", wie Amerika damals genannt wurde. Dabei waren die Gründe für die Auswanderung allerdings noch dringenderer Natur als heute. Viele verließen in großer Not ihre Heimat und hofften auf ein besseres Leben auf der anderen Seite des Atlantik. Dafür nahmen sie teils gefährliche Überfahrten in Kauf und hatten oftmals nicht die geringste Ahnung, was sie auf dem neuen Kontinent erwarten würde.
Auswandern im 21. Jahrhundert
Das sieht inzwischen etwas anders aus. Wer auswandert, der weiß ganz genau, was ihn erwartet. Sprache, Kultur und ländliche Gepflogenheiten sind den Auswanderern meist zur Genüge bekannt. Wer sich informieren möchte, der muss nur Fernseher oder Internet einschalten oder ein informatives Buch aufschlagen. Das Leben und Arbeiten in den USA ist heutzutage viel besser durchdacht als es früher war. Das fängt schon damit an, dass nicht jeder einfach so nach Amerika einwandern, dort leben und arbeiten darf. Dafür bedarf es einer sogenannten Greencard, der Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis. Ohne diese gibt es keine Möglichkeit, sein Leben auf dem anderen Kontinent aufzubauen. Problematisch ist allerdings, diese zu erhalten. Jährlich werden 55.000 Greencards von der amerikanischen Regierung zur Verfügung gestellt, um allen Menschen auf der Welt die Möglichkeit zu geben, die Greencard in einer Lotterie zu gewinnen. Dabei treten viele Menschen gegeneinander an, die alle nur auf ein bisschen Glück hoffen können. Die Lotterie ist so beliebt, weil man nicht an viele Vorgaben gebunden ist. Teilnehmen darf man bereits, wenn man in einem teilnahmeberechtigten Land geboren ist, eine dem High School Abschluss würdige Ausbildung besitzt oder zwei Jahre in einem Ausbildungsberuf tätig war. In Deutschland würde somit ein Realschulabschluss völlig ausreichen. Die neue Heimat Amerika – ein Traum also, der für immer mehr Menschen in Erfüllung geht.



