In Reaktion auf die Maßnahmen der Regierung und Zentralbank sind in Indien die physischen Prämien für Gold stark gestiegen. - Lage in der südafrikanischen Minenindustrie könnte sich zuspitzen.
von Commerzbank Commodity Research
Im Zuge des Wiederaufflackerns der Schuldenkrise in der Eurozone und der Zuspitzung der Lage in Ägypten konnte Gold gestern auf Schlusskursbasis um 0,75% zulegen. Heute Morgen handelt das gelbe Edelmetall bei rund 1.255 USD je Feinunze. In Euro gerechnet notiert Gold bei 965 EUR je Feinunze.
In Reaktion auf die Maßnahmen der Regierung und Zentralbank sind in Indien die physischen Prämien für Gold stark gestiegen. Angaben des Verbands der indischen Schmuckhändler zufolge werden in einigen großen Städten des Landes Prämien von 20 USD je Feinunze auf den Kassa-Preis in London gezahlt, um sich Material zu sichern. Der Verband führt dies auf ein geringeres Angebot zurück, da aufgrund der Restriktionen Banken weniger Gold importieren würden und nicht genügend Lagerbestände vorhanden wären, um die Nachfrage zu befriedigen.
In Südafrika könnte sich die Lage in der Minenindustrie wieder zuspitzen. Die radikale Gewerkschaft AMCU verweigert die Unterschrift unter den von der Regierung vermittelten Stabilitätspakt und stellt Vorbedingungen. Im Hinblick auf die in Kürze bevorstehenden Lohnverhandlungen könnte es wieder zu Unruhen kommen. AMCU hatte bereits vom größten Platinproduzenten, Anglo American Platinum, mindestens eine Verdopplung der Gehälter für die Minenarbeiter gefordert. Diesen unrealistischen Forderungen können die Minenunternehmen jedoch nicht nachkommen, da sie bereits jetzt kaum kostendeckend produzieren. Platin und Palladium sollten daher gut unterstützt sein.



