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D wusste von PRISM?

Zweifel an Ahnungslosigkeit der deutschen Behörden. „Widersinnig und unnatürlich, dass Deutschland nichts von Prism wusste“.

 
 
In der Debatte über Ausspähaktionen amerikanischer Geheimdienste in Deutschland mehren sich die Zweifel an der Ahnungslosigkeit deutscher Behörden. Gert René Polli, der von 2002 bis 2008 Präsident des österreichischen Bundesamtes für Verfassungsschutz war, bezweifelte in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.), dass die deutschen Behörden nichts gewusst hätten. Polli sagte der F.A.S., ihm sei das Programm „Prism“ unter anderem Namen bekannt gewesen. Darum sei es „widersinnig und unnatürlich“, wenn die deutschen Behörden nichts davon gewusst hätten. Auch in Österreich habe es Überwachungsaktivitäten der Amerikaner gegeben, wenn auch in geringerem Umfang.
 
Der ehemalige Bundesrichter Wolfgang Neskovic (parteilos), der bis 2012 im Parlamentarischen Kontrollgremium saß, das die Nachrichtendienste des Bundes überwachen soll, sagte der F.A.S.: „So eng, wie die Dienste zusammenarbeiten, kann es nicht sein, dass man nichts wusste.“ Die amerikanischen Dienste machten „so viel wie sie wollen“, weil sie es könnten, und „weil es keine Kontrolle gibt.“
 
Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Club, sagte der F.A.S., unter Hackern gelte es schon lange als sicher, dass ausländische Geheimdienste in Deutschland große Netzknoten wie De-Cix in Frankfurt anzapften. Dafür wendeten sie sich an große amerikanische und deutsche Netzprovider, Hoster oder Dienste, die Breitbandnetze zur Verfügung stellen. Der SPD-Abgeordnete Fritz Rudolf Körper, ebenfalls Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium, zeigte sich „überrascht, dass manche überrascht sind“ von den Enthüllungen. Nach seinem Informationsstand hätten sich die Amerikaner ausschließlich amerikanischer Server bedient, und damit die „nationale Integrität Deutschlands“ nicht verletzt. „Wenn wir geschützte Kommunikation wollen, müssen wir eine eigene, robuste Infrastruktur aufbauen“, sagte Körper.
 
Die Regierungschefs Venezuelas, Nicaraguas und Boliviens boten dem früheren NSA-Mitarbeiter Edward Snowden, der die Ausspähprogramme enthüllt hatte, Asyl an. Unterdessen mehrten sich in der FDP Forderungen, den Amerikaner in Deutschland aufzunehmen. Der Abgeordnete Wolff sagte der F.A.S., es gebe „einige gute Gründe dafür, Snowden aufzunehmen“. Sollte der Generalbundesanwalt Ermittlungen aufnehmen, dann wäre Snowden ein wichtiger Zeuge und müsse auch so behandelt werden.
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