Thyssen-Krupp-Chef Hiesinger: EU-Kommission gefährdet Stahlproduktion in Duisburg.
Statt einer einseitigen Fokussierung auf Emissionsziele bräuchte Deutschland eine Energiepolitik mit Augenmaß, die der wirtschaftlichen Realität Rechnung trage. „Andernfalls gefährden wir langfristig die für den Wohlstand aller unverzichtbare industrielle Wertschöpfung in Deutschland“, so Hiesinger.
Das öffentlich gezeichnete Bild, dass energieintensive Unternehmen wie Thyssen-Krupp vollständig von der EEG-Umlage befreit sind, sei schlichtweg falsch. Deutschlands größter Stahlproduzent zahle heute – 105 Millionen Euro an EEG-Umlage pro Jahr. Müsste der Konzern die Umlage voll bezahlen, beliefe sie sich sogar auf 330 Millionen Euro, schreibt Hiesinger weiter. Sollte die EU-Kommission die teilweise Entlastung der Industrie stoppen, „drohen die Kosten der Energiewende vollends aus dem Ruder zu laufen“.
Die Dramatik der Situation werde von der Politik massiv unterschätzt, warnt der Konzernchef. Für einige energieintensive Branchen sei sie längst existenzgefährdend. Hiesinger: „Wenn die Energiekosten weiter steigen und die EU-Kommission am Ende Entlastungen für unzulässig erklärt, dann ist auch die Stahlproduktion in Duisburg und an anderen Standorten gefährdet.“



