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Grüner Steuer-Wucher trifft eigene Wähler

Grünes Steuerkonzept belastet die eigenen Wähler. Die Konzepte von Union und FDP dagegen entlasten die Bevölkerung, somit auch ihre eigenen Wähler.

 
Mit ihren Steuerplänen belasten die Grünen vor allem ihre eigenen Wähler. Würden die Einkommensteuertarife so verwirklicht, wie es im Wahlprogramm steht, müsste die Wählerklientel der Grünen durchschnittlich auf rund 1,8 Prozent ihres Nettoeinkommens verzichten. Das geht aus einer Analyse des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit hervor, die der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z./Donnerstagsausgabe) vorliegt. Die Konzepte von Union und FDP dagegen entlasten die Bevölkerung, somit auch ihre eigenen Wähler. Die Linkspartei verteilt Geld von einkommensstarken Schichten hin zu ihren Wählern um. Nur die SPD will ihre Wähler ebenfalls belasten, allerdings in geringerem Maß als die Grünen.

Um die Wählerschichten der einzelnen Parteien zu ermitteln, haben die Forscher nicht die jüngsten Wahlumfragen der Bundestagswahl genommen. Stattdessen arbeiteten sie mit länger gültigen Aussagen darüber, welcher Partei die Menschen grundsätzlich zugeneigt sind. Diese Antworten bekamen die Forscher aus der Langzeit-Umfrage „Sozioökonomisches Panel“ aus dem Jahr 2011, für die rund 20.000 Menschen befragt worden waren.

Dabei zeigt sich: Die Grünen sind bei jenen Deutschen besonders beliebt, die ein hohes Einkommen haben. Genau die Reichen allerdings sollen nach den Plänen der Partei höhere Steuern zahlen. Zwar will die Partei das steuerfreie Existenzminimum erhöhen, doch für Einkommen über 60.000 Euro im Jahr sollen die Steuersätze steigen, bis sie einen neuen Spitzensatz von 49 Prozent für Einkommen über 80.000 Euro jährlich erreichen. Zudem soll das Ehegattensplitting für Ehepaare mit einem gemeinsamen Einkommen über 60.000 Euro begrenzt werden. Auch damit treffen die Grünen den Kern ihrer Stammwählerschaft. „Fast die Hälfte der Grünen-Wähler lebt in Familien, das ist so viel wie in keiner anderen Partei“, sagte Studien-Mitautor Andreas Peichl der F.A.Z.

Die Union würde ihre Stammwählerschaft um 0,1 Prozent entlasten, die FDP um 1,0 Prozent, die Linkspartei um 2,2 Prozent. Mit dem Steuerkonzept der SPD würden die Wähler rund 0,4 Prozent ihres Nettoeinkommens verlieren. In den vergangenen Tagen hatte die SPD ihre Steuererhöhungspläne öffentlich angezweifelt. Damit könnte sie ihre Attraktivität für Grünen-Wähler steigern. Studien-Mitautor Andreas Peichl sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Wenn die SPD ihren Spitzensteuersatz senkte, würden die Grünen-Wähler überdurchschnittlich profitieren.“ 
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