Bundeswahlleiter veröffentlichte in der Nacht das vorläufige Endergebnis. Demnach kommt die Union auf 41,5 Prozent, die SPD auf 25,7 Prozent, die FDP auf 4,8 Prozent, die Grünen auf 8,4 Prozent, die Linke auf 8,6 Prozent, die AfD auf 4,7 Prozent.
Nach der Bundestagswahl stehen spannende Koalitionsverhandlungen an: Die Union verpasste am Ende doch die absolute Mehrheit um fünf Sitze, die FDP bleibt erstmals seit Gründung der Bundesrepublik außerhalb des Parlaments. Auch die Euro-kritische AfD verpasste den Einzug in den Bundestag knapp.
Der Bundeswahlleiter veröffentlichte in der Nacht das vorläufige Endergebnis. Demnach kommt die Union auf 41,5 Prozent, die SPD auf 25,7 Prozent, die FDP auf 4,8 Prozent, die Grünen auf 8,4 Prozent, die Linke auf 8,6 Prozent, die AfD auf 4,7 Prozent, die Piraten auf 2,2 Prozent, die NPD auf 1,3 Prozent.
Die Sitzverteilung sieht wie folgt aus: CDU/CSU 311 Sitze, SPD 192 Sitze, Linke 64 Sitze und die Grünen 63 Sitze. Der neue Bundestag hat insgesamt 630 Sitze und damit 32 Überhangs- und Ausgleichsmandate. Nach Ansicht vieler Kommentatoren läuft jetzt alles auf eine große Koalition hinaus.
SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hatte trotz einer möglichen rechnerischen Mehrheit auch am Wahlabend erneut eine rot-rot-grüne Koalition wegen der Linken ausgeschlossen. "Das haben wir ausgeschlossen und das schließe ich auch für die Zukunft aus", sagte Steinbrück in der sogenannten "Elefantenrunde".
Die Linkspartei sei in mehrfacher Hinsicht nicht koalitionsfähig, beispielsweise außenpolitisch aber auch in Hinblick auf die finanzpolitischen Fragen. Bei den Liberalen deutete sich noch am Wahlabend ein parteiinterner Machtwechsel an.
Schleswig-Holsteins FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki ging nach dem Absturz der Liberalen in die Offensive. Er kündigte im Gespräch mit der "Welt" an, er werde sich umgehend mit seinem nordrhein-westfälischen Kollegen Christian Lindner zusammensetzen, um mit ihm "über die Zukunft der FDP zu beraten". Für Rücktrittsforderungen in Richtung Parteispitze sei es aber noch zu früh. Rösler und Brüderle hatten schon von sich aus Rücktritte angedeutet und beteuert, die Verantwortung zu übernehmen.
Ein weiterer Rücktritt wurde überraschend am Abend von Bundesfamilienministeri!n Kristina Schröder angekündigt. "Diese Entscheidung steht für mich schon lange fest. Angela Merkel, unsere Bundeskanzlerin, habe ich schon zu Beginn dieses Jahres darüber informiert", sagte sie am Abend bei einer Wahlparty in ihrem Wahlkreis in Wiesbaden. Sie wolle künftig mehr Zeit für ihre Familie haben, vor allem für ihre Tochter Lotte.
Eurorebell Schäffler kündigt Richtungsstreit in der FDP an
Der Sprecher des „Liberalen Aufbruchs“ in der FDP, Frank Schäffler, hat harte Auseinandersetzungen bei den an der Fünf-Prozent-Klausel gescheiterten Liberalen angekündigt. „Es wird einen Richtungsstreit in der FDP geben müssen“, sagte Schäffler dem Nachrichtenmagazin FOCUS. „Diesen Zielkonflikt müssen wir jetzt austragen.“
Schäffler kritisierte, dass die FDP-Führung Euro-Skeptiker nicht in die Partei eingebunden habe. Auch deshalb seien Hunderttausende Wähler an die AfD abgewandert. „Das ist Fleisch von unserem Fleisch“, sagte der Finanzexperte, der im Bundestag gegen den Euro-Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gestimmt hatte. „Meine Position wurde leider von der Parteiführung als isoliert dargestellt. Deshalb haben sich auch die Wähler von der FDP abgewandt.“ Für die Zukunft der FDP verlangte Schäffler eine klare Ausrichtung auf klassischen Liberalismus: „Wir müssen mehr zuspitzen und klarer formulieren. Der mitfühlende Liberalismus und Mitleidsstimmen können nicht unser Kurs sein.“
FDP-Vize Holger Zastrow forderte in FOCUS: „Wir müssen uns neu aufstellen, endlich einen absolut klaren Kurs fahren und konsequent für Werte wie Freiheit, Marktwirtschaft und Entlastung stehen.“. Mit einem Wischi-Waschi-Kurs werde die Partei nicht den Wiederaufstieg schaffen.



