Schriftsteller Leon de Winter denkt über Rückkehr zur getrennten Jungen- und Mädchen-Schule nach – „Unsere Schulen tun so, als wären Jungen defekte Mädchen“
Der niederländische Autor Leon de Winter gibt einer vom Feminismus geprägten Schulerziehung die Schuld, dass männliche Jugendliche kaum mehr mit ihren Mitschülerinnen konkurrieren können und ihre Bedürfnisse vor allem virtuell ausleben. In einem Beitrag für das Nachrichtenmagazin FOCUS stellt der Vater zweier Kinder deshalb die Koedukation in Frage: „Vielleicht wäre es sinnvoll, über die Rückkehr zu getrennten Jungen- und Mädchenschulen nachzudenken, wo man besser auf die geschlechtsspezifische Art des Informationserwerbs und das unterschiedliche Bedürfnis nach körperlicher Bewegung und Abenteuer eingehen könnte.“
„Im modernen Wohlfahrtsstaat“ komme „das Sanfte, Mütterliche, Fürsorgliche zum Tragen“, so de Winter. „Unsere Schulen tun so, als wären Jungen defekte Mädchen.“ Daher stelle sich das Problem: „Was machen wir mit jungenhaften Jungen, deren Biologie nach Bewegung, Aktivität, Intensität, Schnelligkeit und Gewalt schreit?“
De Winter sieht eine „Entmännlichung der Gesellschaft“, in der es „große Gruppen verunsicherter Jungen gibt, die ihre Identität und damit ihre Zukunft nicht in den Griff bekommen“. Die schulische Erziehung müsse männlichen Bedürfnissen mehr und deutlich Rechnung tragen. „Ich möchte verhindern, dass unsere Söhne wie Zombies vor ihren Computermonitoren hängen, um dort ihre tägliche Dosis (sexueller) Gewalt zu verarbeiten.“



