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IWF warnt vor Kollaps

IWF-Vizechef Lipton warnt US-Regierung vor Zusammenbruch der Geldmärkte. Kritik an „Politik am Rande des Abgrunds“. IWF-Vize fürchtet Zweifel an der Zahlungsfähigkeit Amerikas. - Börsen, Dollar, Gold ruhig.

 

Der Vizechef des Internationalen Währungsfonds, David Lipton, warnt die US-Regierung, die Folgen eines eskalierenden Haushaltsstreits zu unterschätzen. Sollte am 17. Oktober keine Lösung gefunden werden, „könnte das die internationalen Geldmärkte zumindest schwer erschüttern, wenn es sie nicht sogar zum Erliegen bringt“, sagt Lipton im Interview mit SPIEGEL ONLINE.

Sollte die Schuldengrenze der USA nicht rechtzeitig angehoben werden, bestünde unter anderem die Gefahr, dass die Staatsschulden nicht mehr bedient werden könnten, sagt Lipton. Zwar beteuern US-Politiker derzeit, dass die Zinszahlungen auf Staatsanleihen auf jeden Fall weiter bezahlt würden. Doch Lipton erklärt: „Wie auch immer die Realität aussieht - die Finanzmärkte würden auf jeden Fall Zweifel an der Zahlungsfähigkeit bekommen. Das würde das Vertrauen erschüttern.“

US-Staatsanleihen gehören zu den am meisten gehaltenen Anlagen auf den Kapitalmärkten. Sie werden auch für etliche Finanztransaktionen als Sicherheit hinterlegt. „Wir drängen die USA deshalb sehr, eine tragfähige Lösung zu finden - und nicht immer Politik am Rande des Abgrunds zu betreiben und erst unter hohem Druck zu reagieren“, sagt Lipton.

Forderungen nach einem neuen Hilfspaket für Griechenland erteilt Lipton eine Absage. „Es ist viel zu früh, über ein neues Rettungspaket nachzudenken. Das aktuelle läuft bis 2016. Das wollen wir jetzt erst einmal zum Erfolg bringen.“

An den Börsen ist das mögliche Chaos an den Finanzmärkten noch nicht zu spüren. Der Der DAX verzeichnete neue Rekorde. An der Spitze lagen Bankwerte wie die Commerzbank, die abermals Gewinne verbuchen konnte trotz Querelen um den Abgang zweier Vorstände. Auch beim Gold gab es keine großen Ausschläge. Das Edelmetall notiert in der Nähe des 3-MOnats-Tiefs. Ebenfalls ruhig blieb es an der Währungsfront mit einem Euro knapp unter 1,36.

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