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Gold-Desaster trotz Schulden-Kollaps?

Beim Goldpreis muss man auf das Schlimmste gefasst sein. Eine Halbierung vom Allzeithoch bei 1.921 USD als mögliches Szenario rückt näher. Werden in einer finalen Attacke die letzten Gold-„Papierbullen“ zur Schlachtbank geführt?

 

Unabhängig davon, ob man sich heute oder in den nächsten Tagen zur Anhebung der US-Schuldengrenze im Haushaltstreit einigt, ist eines Fakt: Weder die USA, noch Deutschland, noch Japan, noch Großbritannien (also die vier großen Währungsblöcke) werden ihre Schulden jemals zurückzahlen. Dies bestätigte am Wochenende auch Finanzminister Schäuble in Washington laut SZ: „Schulden sind Gut“.

 

Das Dumme für Gold-, Silber- und Rohstoffanleger derzeit ist jedoch, dass solche Äußerungen nicht etwas zu Käufen in dieser „unbestechlichen“, da nicht beliebig vermehrbaren Anlageklasse getätigt werden, sondern derzeit den Herdentrieb an den großen Aktienindizes anheizen.

 

So soll am Wochenende ein Notfallplan der Notenbanken beschlossen worden bzw. in Arbeit sein, der vorsieht, dass die Zentralbanken unbegrenzt Liquidität zur Verfügung stellen, wenn die Politiker es doch zu einem Ausfall der USA kommen lassen. Auch dies wird vom Markt positiv für Aktien interpretiert.

 

Gold und die Theorien von Nobelpreisträger Robert Shiller

Beim Goldpreis muss man derweil auf das Schlimmste gefasst sein. Eine Halbierung vom Allzeithoch bei 1.921 USD, welches wir vor Monaten schon als „Worst Case“ analog der brutalen 50%-Korrektur 1975 (im Vorfeld des größten Goldpreisanstiegs aller Zeiten) als mögliches Szenario genannt hatten, rückt näher. Dies würde Zielkurse von knapp unter 1.000 USD bedeuten. Eine Absicherung der physischen Goldbestände mit Papierderivaten (z.B. Short-ETCs der Commerzbank) erscheint weiter sinnvoll. Unter den „mysteriösen“ Verkäufern (wie sie ein alter Goldhändler nannte) dürfte die Stimmung der drückenden Überlegenheit langsam steigen und uns würde es nicht wundern, wenn demnächst mit einer finalen Attacke die letzten Gold-„Papierbullen“ zur Schlachtbank geführt werden.

Denken Sie dabei aber an Robert Shiller und dessen Theorien vom irrationalen Überschwung bzw. der animalischen Triebe an der Börse. Die Verleihung des Nobelpreises für Wirtschaft, den unter anderem dieser Robert Shiller erhält, passt geradezu perfekt dazu. 

 

Viele Grundüberlegungen basieren noch immer auf der Annahme, dass Märkte effizient arbeiten und dass die dort gefundenen Preise stets optimal seien. Menschen handeln demnach immer rational. Ein ganz großer Trugschluss, wie Finanzkrise, Auswüchse am Bankensektor, sowie viele der historischen und auch aktuellen Kurse zeigen. 

 

Dieser Markt ist alles – irrational, vom Herdentrieb geleitet, emotional und gesteuert – nur nicht rational. In einem Markt, der gerade diese Erkenntnisse in exzellenter Art und Weise bestätigt, hat Shiller den Preis mit seinen zwei Kollegen mehr als verdient.

www.rohstoffraketen.de

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