In der Linkspartei kursiert "Liederbuch" des Hasses. Parteichefin Katja Kipping wird als "Hexe" bezeichnet, der man "die roten Haare" "roden" wird. Über Ko-Parteichef Bernd Riexinger heißt es: "Jetzt lässt Bernd die Sau raus und geht in das Karl-Liebknecht-Haus".
In der Linkspartei kursiert ein "Liederbuch", in dem parteiinterne Gegner des stellvertretenden Linken-Fraktionschefs Dietmar Bartsch mit umgetexteten Hassliedern geschmäht werden. In dem zwölf Seiten schmalen Heftchen mit dem Titel "Bartschismo o muerte! Lieder für fröhliche Bartschisten", das der "Welt" vorliegt, wird Parteichefin Katja Kipping als "Hexe" bezeichnet, der man "die roten Haare" "roden" wird. Über Ko-Parteichef Bernd Riexinger heißt es: "Jetzt lässt Bernd die Sau raus und geht in das Karl-Liebknecht-Haus/dort führt er seine Linie ein, heißt: jeder Bartschist ist ein Schwein."
Neben zahlreichen West-Linken sind auch einige Ost-Linke wie der brandenburgische Bundestagsabgeordnete Thomas Nord Zielscheibe des Spotts. Nord hatte die Kandidatur von Katja Kipping für den Parteivorsitz unterstützt. Bei den Melodien handelt es sich um bekannte Lieder verschiedener Gattungen, vom Arbeiterlied über DDR-Liedgut ("Der kleine Trompeter"/"Die Partei hat immer recht") bis hin zu aktuellen Disko-Hits ("Hey, was geht ab").
Einer der Verfasser der Liedtexte soll nach Informationen der "Welt" ein Mitarbeiter der Bundesgeschäftsstelle sein, der für die Online-Kampagne der Linkspartei zuständig ist. Der in den Liedern zum Retter und "König" stilisierte Bartsch bestreitet, von dem Liederheft gewusst zu haben. „Besagtes Liederbuch ist mir nicht bekannt. Ich habe es weder gesehen noch Lieder daraus gehört", teilte er der "Welt" schriftlich auf Anfrage mit.
Parteikreisen zufolge soll das Liederheft beim traditionellen Pfingsttreffen der ostdeutschen Linke-Landesverbände am Werbellinsee verteilt worden sein. Dafür spricht auch ein Zusatz auf dem Titel des Heftes: "Pfingsten 2013". Auf der Veranstaltung sollen Teilnehmer des Camps die Lieder auch gesungen haben.



