US-Haushaltsstreit: Top-Ökonomen warnen vor globaler Krise. „Käme es zu einer Zahlungsunfähigkeit der US-Regierung droht als erstes eine Panik auf den Finanzmärkten, die rasch auch die Realwirtschaft im globalen Maßstab zum Erliegen bringen würde“.
„Für den Euro-Raum hieße dies mit Sicherheit den Rückfall in eine tiefe Rezession. Für Deutschland würde es bedeuten, dass sämtliche Wachstumserwartungen für das kommende Jahr, die ohnehin eher bescheiden sind, sich als Illusion erweisen dürften.“
Überdies sei die Bereitschaft angesichts hoher Staatsverschuldung fiskalpolitisch zu handeln, aktuell „nur gering ausgeprägt, sodass wertvolle Zeit wahrscheinlich verloren ginge, bis sich die Einsicht in die Notwendigkeit einer Stimulanz durchsetzen würde. „Bis dahin hätte sich wahrscheinlich eine globale Krise voll entfaltet“, sagte Horn. Dafür verantwortlich sei die konservative Tea Party, die versuche, die Weltwirtschaft in Geiselhaft zu nehmen. „Der Vorgang ist ungeheuerlich: um ihre radikalen politischen Wertvorstellungen durchzusetzen, riskieren die Republikaner Millionen und Abermillionen Jobs in und außerhalb der USA.“
Der Direktor des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), Klaus F. Zimmermann, sieht wegen des Etatstreits die Glaubwürdigkeit der USA als führende Wirtschaftsmacht auf dem Spiel. „Das ist angesichts der hohen Verschuldung der Vereinigten Staaten bedrohlich“, sagte Zimmermann Handelsblatt Online. Der IZA-Chef hält trotz der schwierigen Lage eine Lösung für möglich. „Aus diesem Konflikt kommen die USA nur heraus, wenn sie na! ch dem Beispiel Deutschlands und anderer EU-Staaten eine Schuldenbremse in ihrer Verfassung verankern, die für die Zukunft zugleich ein solches unwürdiges parteipolitisches Schachern verhindert“, sagte er. Auch die USA kämen an einer nachhaltigen Haushaltskonsolidierung nicht vorbei. „Hier sitzen alle führenden Wirtschaftsnationen in einem Boot.“



