Schwache physische Nachfrage weckt Zweifel hinsichtlich der Nachhaltigkeit der jüngsten Preiserholung bei Gold und Silber.
Von Commerzbank Commidity Research
Gold und Silber legen zum Auftakt in die neue Handelswoche leicht zu. Gold handelt bei rund 1.320 USD je Feinunze, Silber bei gut 22 USD je Feinunze. Noch immer liegen von der CFTC keine Daten zur Marktpositionierung der spekulativen Finanzanleger vor. Daher richtet sich der Blick weiter auf die physische Nachfrage. Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten auch am Freitag wieder Abflüsse von 2,1 Tonnen, bei den Silber-ETFs stand ein Minus von gut neun Tonnen zu Buche. Auch die Münznachfrage in den USA zeigt sich weiter relativ verhalten. Im Oktober wurden bislang 25 Tsd. Unzen Gold- und 1,69 Mio. Unzen Silbermünzen verkauft. Angesichts dessen dürfte der Großteil des jüngsten Preisanstiegs bei Gold und Silber auf Short-Eindeckungen von spekulativen Finanzanlegern zurückzuführen sein, was die Nachhaltigkeit des Anstiegs in Zweifel zieht.
Platin handelt heute Morgen auf einem Monatshoch von gut 1.440 USD je Feinunze, Palladium steigt auf ein 8-Wochenhoch von rund 745 USD je Feinunze. Neben steten ETF-Zuflüssen werden beide Edelmetalle noch von den ermutigenden Autoneuzulassungszahlen in Europa unterstützt. Wie der Verband der europäischen Automobilhersteller vergangene Woche mitteilte, stiegen die Neuzulassungen im September im Vergleich zum Vorjahr um 5,5% auf 1,19 Mio. Einheiten. Sollte sich dies als eine Trendwende herausstellen, dürfte neben China und den USA auch der europäische Automarkt wieder zu einer höheren Nachfrage nach Platin und Palladium beitragen und damit die Preise stützen.



