Nobelpreisträger Fama hält Vertrauensverlust in US-Anleihen für möglich. "Dann kann das Land nur noch Schuldscheine herausgeben, wenn es sehr hohe Zinsen zahlt. Man hat das bei Italien und Spanien gesehen."
US-Nobelpreisträger Eugene Fama warnt, dass die Zinsen auf US-Staatsanleihen steigen könnten, sollte das Land keine dauerhafte Lösung für seinen Haushaltsstreit finden. Wenn die USA das Problem noch sehr viel öfter nach hinten verschieben, "könnten Investoren das Vertrauen in die Schulden verlieren", erklärte Fama im Interview mit dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL.
"Dann kann das Land nur noch Schuldscheine herausgeben, wenn es sehr hohe Zinsen zahlt. Man hat das bei Italien und Spanien gesehen." Die Gefahr einer neuen globalen Finanzkrise berge ein solche Entwicklung aber nicht unbedingt, sagt Fama. Denn US-Staatsanleihen würden zunächst "nur einen Teil ihres Wertes verlieren. Und das passiert nicht im luftleeren Raum", sagt Fama. "Man wird darauf reagieren."
Am vergangenen Mittwoch haben die USA das Schuldenlimit bis zum 7. Februar angehoben. Fama glaubt aber nicht, dass dem Land die Pleite droht. "Die Parteien werden niemals einen Zahlungsausfall riskieren. Das steht außer Frage."
Die jüngste Auseinandersetzung sei "politisches Getöse" gewesen. Grundsätzlich könne man Krisen oder Preisblasen an Märkten jedoch nicht voraus sagen, sagt Fama. "Wenn ich mir die historischen Daten anschaue, gibt es dafür keinen Beleg", so der 74-Jährige. "Es gab zu verschiedenen Zeitpunkten einige, die solche Entwicklungen vorhergesehen haben. Die wurden gesalbt. Dann gab es andere, die falsch lagen, die hat keiner mehr groß beachtet. Es ist einfach Glück."



