Strenger: „Ich rate den übrigen Aufsichtsratsmitgliedern im Sinne der ethischen Verantwortung darauf hinzuwirken, dass Hoeneß sein Amt zumindest bis zum Abschluss des Gerichtsverfahrens niederlegt."
Uli Hoeneß muss wegen seiner Steuervergehen vor Gericht. Daher fordert Christian Strenger, der zu den bekanntesten Fachleuten in Fragen guter Unternehmensführung (Corporate Governance) zählt und Mitglied der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex ist, sofortige Konsequenzen: „Hoeneß sollte jetzt zurücktreten“, sagte Strenger gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z./Dienstagausgabe). Das Kontrollgremium des FC Bayern München forderte er zum Handeln auf: „Ich rate den übrigen Aufsichtsratsmitgliedern im Sinne der ethischen Verantwortung darauf hinzuwirken, dass Hoeneß sein Amt zumindest bis zum Abschluss des Gerichtsverfahrens niederlegt. Sollte Hoeneß den Prozess am Ende straffrei oder nur mit einer kleinen Strafe durchstehen, kann er seine alte Rolle ja wieder einnehmen“, sagte Strenger der F.A.Z.
Die Begründung, welche der Bayern-Aufsichtsrat für seine Treue zu Hoeneß anführt, hält Strenger nicht für stichhaltig: „Der Ausgangspunkt für seine finanziellen Geschäfte mit Robert Louis-Dreyfus war doch ein geschäftlicher. Er beruhte auf der Verbindung von Adidas zum FC Bayern München.“ Auf die Frage, ob die Unternehmenslenker Martin Winterkorn (VW), Rupert Stadler (Audi), Herbert Hainer (Adidas) und Timotheus Höttges (Telekom) durch ihre unveränderte Haltung in diesem Fall ihrerseits einen Imageschaden erleiden könnten, sagte Strenger der F.A.Z.: „Ja, natürlich färbt das ab.“



