Meister zeigte sich verwundert darüber, mit welcher Beharrlichkeit der Währungsfonds immer wieder das Thema Gläubigerbeteiligung ins Gespräch bringe. „Als sei es eine Art Allheilmittel, das notwendige beschäftigungsfördernde Strukturrefor! men obsolet machen würde“, sagte der CDU-Politiker. „Auch eine Wiederholung solcher Vorschläge durch den IWF löst nicht das Problem, dass eine erneute private Gläubigerbeteiligung das Vertrauen der Kapitalmarktteilnehmer und Investoren zerstört.“
Der IWF dürfe zudem nicht verkennen, dass heute schon die deutschen Sparer ihren Beitrag zur Stabilisierung leisten. „Denn aufgrund der sehr niedrigen Realzinsen erfahren die deutschen Steuerzahler einen Verlust, der zunehmend eine nachhaltige Altersvorsorge erschwert“, sagte Meister. „Wer da noch eine Steuer draufsetzen will, greift gerade den Kleinsparern in die Tasche und verhindert die finanzielle Vorsorge breiter Bevölkerungsschichten.“
Auch BCG für Sparer-Enteignung
Der IWF steht mit seinem Vorschlag nicht alleine da. Bereits im Frühjahr kamen die "Experten" der Boston Consulting Group (BCG) in der Studie "Back to Mesopotamia" zu einem ähnlichen Ergebnis. Um die Schuldenverhältnisse im Euro-Raum wieder zu normalisieren schlugen sie eine einmalige Vermögensabgabe von 10-30% vor.
Ein führender Berater von BCG wechselte vor kurzem ins deutsche Finanzministerium, was Spekulationen nährte, dass bereits auf höchster Ebene eine Sparer-Enteignung vorbereitet wird.



