Der Club der Atommächte wird bald neuen Zuzug erhalten. Es wird – vorerst – nicht der Iran, sondern Saudi-Arabien sein!
In aller Heimlichkeit hat Saudi-Arabien seit den 90er Jahren – für niemanden erkenn- bar – die Entwicklung der pakistanischen Nuklearindustrie mitfinanziert. Das damals abgeschlossene Geheimabkommen soll Saudi-Arabien das Recht geben, „jederzeit“ auf einige pakistanische Atombomben zurückgreifen zu können.
Damals wurde klar festgehalten, dass Saudi-Arabien sich als Wächter des Mittleren Ostens betrachtet und sich von den Iranern und ihrem Atomprogramm nicht übertölpeln lassen wolle.
Saudi-Arabien hat den Atomsperrvertrag unterschrieben. Technisch gesehen halten ihn die Saudis auch ein. Es ist unvorstellbar, dass die Amerikaner von diesem Abkommen keine Kenntnis hatten. Aber es dient ihnen als gutes Gegengewicht zum Iran. Die beiden mächtigsten Länder im Mittleren Osten halten sich so gegenseitig in Schach.
„A Mexican Standoff“ bezeichnet der Fachausdruck, wenn zwei Banden sich gegenseitig mit gezogenen Revolvern gegenüberstehen. Und als „Mexican Standoff“ bezeichnete ein hoher amerikanischer Geheimdienstchef auch die derzeitige nukleare Lage in Iran und Saudi-Arabien.
Die Saudis lassen nichts anbrennen. Bereits vor der Jahrtausendwende hatten sie – in aller Heimlichkeit und ohne ok der Amerikaner – einige Dutzend CSS-2 ballistische Raketen in China gekauft. Interessant ist, dass „Jane‘s“, die führende Militärzeitschrift, kürzlich erwähnte, dass Saudi-Arabien hochmoderne CSS-2 Abschussbasen in der Wüste gebaut und installiert habe. Bestückt mit inzwischen auf den heutigen Stand modifizierten CSS-2-Raketen! Und pakistanische Militäreinheiten sind bereits im Lande, um diese Anlagen zu bedienen und saudisches Militär darauf einzuschulen.



