Debeka zahlte Provisionen an mehr als 10.000 Beamte. Über die Jahre sollen so weit mehr als 100 Millionen Euro von der Versicherung an Beamte geflossen sein. Diese Beamte würden intern „Vertrauensmitarbeiter“ (VM) genannt.
Der Skandal um die traditionsreiche Debeka-Versicherung erreicht eine neue Dimension. Nach Recherchen des Handelsblatts (Mittwochausgabe) unterhält das Koblenzer Unternehmen bundesweit ein Netz von mehr als zehntausend Beamten, die gegen Bezahlung bei der Vermittlung von Krankenversicherungen, Lebensversicherungen und anderen Debeka-Produkten helfen. Über die Jahre sollen so weit mehr als 100 Millionen Euro von der Versicherung an Beamte geflossen sein. Diese Beamte würden intern „Vertrauensmitarbeiter“ (VM) genannt und Namen und Kontaktdaten vor allem solcher Kollegen vermitteln, die gerade ihren Dienst angetreten haben.
Dem Handelsblatt vorliegende Unterlagen zeigen, dass das VM-System bei Debeka seit vielen Jahren existiert. Ein bloßer Tipp, dass es an der Schule einen noch nicht versicherten neuen Referendar gibt, bringt dem Vertrauensmitarbeiter danach 50 Euro. Die Vermittlung einer Krankenversicherung wird mit mindestens 150 Euro honoriert. Und entschließe sich der junge Kollege, bei Debeka eine Lebensversicherung zu unterzeichnen, könnten 600 Euro und mehr für den Vertrauensmitarbeiter herausspringen.
Die Unterlagen zeigen auch, dass sich die oberste Führungsebene der Debeka um das VM-Geschäft kümmert. So lädt der Vorstand schriftlich einmal im Jahr zu einer Reise für den „Club der Top-VM“ ein. Bei den Clubveranstaltungen erhielten „alle Teilnehmer ein Geldpräsent in Höhe von 200 Euro netto überreicht“. In einem Vorstandsschreiben vom Januar 2013 heißt es: „Darüber hinaus stellen wir für die drei besten VM jeder Geschäftsstelle eine Sonderprämie der Hauptverwaltung zur Verfügung.“
Debeka machte auf Anfrage keine Angaben zu der Zahl und der Bezahlung der Vertrauensmitarbeiter. Unternehmenssprecher Gerd Benner verwies auf die internen und externen Ermittlungen, die derzeit bei der Debeka laufen. Anfang November hatten sich nach dem ersten Bericht des Handelsblatts über die Bestechung von Beamten durch Debeka-Mitarbeiter der Landesbeauftragte für Datenschutz Rheinpfalz-Pfalz und die Staatsanwaltschaft Koblenz eingeschaltet. Debeka ermittelt selbst und beauftragte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaf



