Wer bei einer US-Bank Geld anlegt, bekommt künftig pro Jahr einen gewissen Prozentsatz abgezogen. Die Institute begründen dies damit, dass sie die Gelder nicht umsonst verwalten können. - Modell auch für Eurozone? Bundesverband deutscher Banken gegen Negativzinsen.
Angesichts dieser Meldung muss man sich wundern, dass es noch nicht zu einem Bankrun gekommen ist. Wer künftig Geld bei einer US-Bank hat, der bekommt jährlich etwas abgezogen. Wie hoch der Prozentsatz ausfällt, steht noch nicht fest. Sicher ist nur, dass der Abzug bald eingeführt wird - was einer offenen Enteignung der Sparer gleichkommt.
Führende US-Institute warnen laut "Financial Times" (Montag), dass sie für Einlagen Geld ihrer Kunden verlangen müssten, wenn die Institute wiederum selbst künftig noch weniger Zinsen auf ihre Einlagen bei der Notenbank bekommen. Schon jetzt erhalten Sparer und Unternehmen in den USA praktisch keine Zinsen auf ihre Bank-Guthaben. Die Banken begründen die möglichen Zusatzgebühren damit, dass sie das Geld nicht zum Nulltarif verwalten könnten. Unter anderem laufen Kosten für Versicherungsprogramme an.
Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) wollte sich der Drohung der US-Institute am Montag nicht direkt anschließen. BdB-Präsident Jürgen Fitschen warnte aber vor einer Bestrafung von Sparern: "Es wäre ein psychologisch fatales Signal, wenn sich Sparen nicht mehr lohnt." Fitschen sprach sich erneut gegen einen negativen Zins für bei der EZB geparkte Einlagen der Banken aus. Das werde die Kreditvergabe an die Realwirtschaft nicht fördern.



