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Welchen Anreiz bieten gemeinnützige Organisationen, um Spenden zu erhalten?

Die Spendenbereitschaft in Deutschland ist nach wie vor hoch: Im Jahr 2011 spendeten beispielsweise rund ein Drittel der Deutschen von über zehn Jahren ungefähr 4,3 Milliarden Euro. Diese Spenden gingen an gemeinnützige Organisationen.

 

 

Im Jahr 2012 ist die Zahl der Spender sogar noch leicht gestiegen, wie der Bericht „Bilanz des Helfens“ auf spendenrat.de darstellt. Dieser Bericht zeigt allerdings nur die Bilanz der privaten Spenden. Neben diesen gibt es immer mehr Unternehmen, die an gemeinnützige Organisationen spenden. Die Spenden sind wichtig, da die sogenannten Non-Profit-Organisationen ihre Arbeit sonst nicht verrichten könnten. Non-Profit-Organisation (NPO) bedeutet, dass die Organisation selbst keinen Gewinn erwirtschaften darf, wie im Wirtschaftslexikon beschrieben. Sie ist rein zum Helfen beispielsweise aus einem zivilgesellschaftlichen Interessenverband entstanden und verfolgt keine wirtschaftlichen Ziele, sondern gemeinnützige, soziale, kulturelle oder wissenschaftliche. Deswegen ist es wichtig, dass die Privatspender und auch die Unternehmen immer wieder neue Anreize erhalten, diese Organisationen zu unterstützen. Nur so können sie ihre Arbeit aufrechterhalten und versuchen, Menschen in Entwicklungsländern, Krisen- oder Kriegsgebieten zu unterstützen und für mehr Lebensqualität zu sorgen. Anhand von drei Beispielen stellt dieser Bericht dar, was die NPOs leisten und welche Möglichkeiten Privatleute, Schulen und Unternehmen haben, zu spenden. Als Schlussfolgerung soll dargestellt werden, welchen Anreiz die verschiedenen Organisationen bieten, um Spenden zu erhalten.

 


1.     Unicef

1.1.  Welche Projekte gibt es?

1.2.  Wie können Privatleute/Schulen spenden?

1.3.  Wie können Unternehmen spenden?

2.     Ärzte ohne Grenzen/Médicins Sans Frontières

2.1.  Welche Projekte gibt es?

2.2.  Wie können Privatleute/Schulen spenden?

2.3.  Wie können Unternehmen spenden?

3.     MISEREOR

3.1.  Welche Projekte gibt es?

3.2.  Wie können Privatleute/Schulen spenden?

3.3.  Wie können Unternehmen spenden?

4.     Fazit: Welchen Anreiz bieten die NPOs zum Spenden?


 

1. Unicef

Unicef ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Trotz des staatlichen Ursprungs ist es eine Non-Profit-Organisation, die sich ausschließlich durch Spenden von Privatleuten und Regierungen finanziert. Ziel der NPO ist es, für eine bessere Lebensqualität von Kindern in Krisengebieten zu sorgen. Dies bedeutet, dass beispielsweise Schulen aufgebaut oder die Kinder mit Impfstoffen versorgt werden. In manchen Fällen engagiert sich Unicef auch politisch und tritt für Kinderrechte ein. Bei jedem Projekt werden alle Kinder gleich behandelt, ganz egal welcher Herkunft sie sind. Nur so kann es gewährleistet werden, dass die Lebensbedingungen aller Kinder in den Krisenregionen, Slumvierteln oder entlegenen Dörfern nachhaltig verbessert werden. Eine Auswirkung der Projekte zeigt sich mittlerweile: Es sterben weitaus weniger Kinder in den ersten Lebensjahren als noch vor einigen Jahren.


1.1 Welche Projekte gibt es?

Unicef hat viele Projekte weltweit laufen. Beispielsweise zum Aufbau von Schulen oder bei der Versorgung mit sauberem Trinkwasser und Hygieneartikeln. Damit die Lebensqualität der Kinder nachhaltig verbessert wird, schult Unicef auch Lehrer für die Schulen. Der Lehrplan sieht anders aus als in Deutschland: Er ist sehr lebensnah und auch Aids-Aufklärung gehört in Schulen in Burkina Faso beispielsweise mit auf die Lehrpläne. Wenn es Unicef nicht möglich ist, eine Schule aufzubauen, unterrichten sie die Kinder stattdessen in Zelten. Oberstes Ziel ist es, den Kindern Bildung mitzugeben, damit sie ihr Leben besser gestalten können. Vor allem Mädchen brauchen diese Schulbildung: Gebildete Mädchen in Afrika bekommen laut Unicef weniger Kinder und können diese besser versorgen. Zudem werden sie weniger leicht ausgebeutet und schützen sich besser vor Aids. Die Investition in die Schuldbildung der Kinder ist demnach von großem Nutzen. Das ist aber nicht alles, was Unicef mit seinen Projekten bewirkt: Nach dem Taifun auf den Philippinen hat Unicef eine Nothilfe organsiert. Die NPO liefert täglich Hilfsgüter und sorgt für sauberes Trinkwasser und Hygiene. Auch Zusatznahrung und Medikamente, sowie natürlich der Schutz und die Betreuung der Kinder fallen in den Aufgabenbereich der Organisation.


1.2 Wie können Privatleute/Schulen spenden?

Spenden können ganz einfach online über die Unicef-Seite abgegeben werde. Der Vorteil bei der Onlinespende ist, dass genau angezeigt wird, was mit dem Geld bewirkt werden kann. Mit 10 Euro finanzieren die Spender beispielsweise 100 ORS-Päckchen. ORS ist ein orales Rehydratationssalz. Dieses Salz schützt Kinder bei Durchfall vor der lebensgefährlichen Austrocknung. Ein Päckchen reicht für einen Liter der Lösung, mit dem ein Kleinkind wirksam einen Tag lang behandelt werden kann. Für 100 Euro finanzieren die Spender zusätzlich zu den ORS-Päckchen 150 Päckchen Erdnusspaste und 100 HIV-Tests. So sehen die Spender sofort, für was genau ihre Spende genutzt wird. Schulen können ebenfalls über die Seite ihre Spende abgeben, oder an den Sponsorläufen teilnehmen, die von Unicef organisiert werden. Bis zu 50 Prozent der Einnahmen kann die Schule für eigene Zwecke verwenden, die restlichen 50 Prozent fließen in das Unicef-Bildungsprogramm „Schulen für Afrika“. Die Spenden sind zudem steuerlich absetzbar.


1.3 Wie können Unternehmen spenden?

Unternehmen haben zahlreiche Möglichkeiten, für Unicef zu spenden. Kurzfristige und meist einmalige Spenden sind direkte oder solche zu besonderen Firmen-Anlässen. Die Aktion „Spenden statt Schenken“ hat Unicef dafür ins Leben gerufen. Der Betrag, der sonst beispielsweise für Weihnachtsgeschenke an die Mitarbeiter oder Kunden gedacht war, wird an Unicef gespendet. Im Gegenzug erhält das Unternehmen umfangreiche Aktionsmaterialien, wie Aufkleber, Einlegeblätter oder Weihnachtskarten. Das soziale Engagement wird so kommuniziert und sorgt für einen positiven Eindruck bei Mitarbeitern und Kunden. Statt der „Spenden statt Schenken“-Aktion können Unternehmen auch Hilfsgüter aus dem Unicef-Spendenshop kaufen und gleichzeitig spenden. Eine Urkunde mit dem Namen der Firma, des Mitarbeiters oder des Kunden dokumentiert das Engagement. Gutscheine für diesen Spendenshop können ebenfalls verschenkt werden. Wer stattdessen lieber Grußkarten verschickt, findet diese ebenfalls bei Unicef. Ab einer Abnahme von 10.000 Karten können diese sogar selbst gestaltet werden. Diese Grußkarten können zudem auch direkt von Unternehmen verkauft werden, um so Unicef aktiv zu unterstützen.


2. Ärzte ohne Grenzen/Médicins Sans Frontières

Die französische Organisation Ärzte ohne Grenzen sorgt für medizinische Hilfe in Entwicklungsländern, Krisen- und Kriegsgebieten. Dabei halten sie sich streng an die Genfer Konvention: Die Arbeit der Mediziner ist unparteilich, unabhängig und neutral. Das bedeutet, dass die Hilfe nach Maßgabe der Bedürftigkeit geleistet werden muss. Es gibt keine Diskriminierung; ethnische, politische, ökonomische oder andere Bevorzugungen sind dabei nicht von Belang. Auch politische Vorgaben oder gar militärische dürfen die Ärzte im Einsatz der NPO nicht befolgen, ebenso wenig staatliche Gelder annehmen. Mit der Annahme wäre sonst die Unabhängigkeit gefährdet. Dies bedeutet allerdings auch, dass Ärzte ohne Grenzen nicht öffentlich Partei ergreifen darf. Jeder Mensch, der medizinische Hilfe benötigt, muss versorgt werden, egal, welchem politischen Lager er angehört. Nur wenn sich die Ärzte an diese Vorsätze halten, können sie ihre Hilfe humanitär nennen und die Menschen in Krisen- und Kriegsgebieten optimal versorgen. Durch den Einsatz in diesen Gebieten können die Einsätze von Ärzte ohne Grenzen nicht langfristig geplant werden: Für Katastrophen, ob natürlicher Art oder von Menschen herbeigeführt, können die Einsätze nur kurzfristig geplant werden. Aus diesem Grund wird jedes Jahr zwischen 15 und 20 Prozent der finanziellen und personellen Kapazitäten für die schnelle Katastrophenhilfe eingeplant. Die restlichen Ressourcen werden zum Teil für langfristige Projekte genutzt - Projekte in Entwicklungsländern beispielsweise, da auch dort humanitäre und medizinische Hilfe benötigt wird. Finanziert werden die Einsätze durch das internationale Netzwerk: Ärzte ohne Grenzen hat in verschiedenen Ländern Standorte, die sich getrennt voneinander um Spenden bemühen. Um den Rahmen an dieser Stelle nicht zu sprengen, sind nur die Spendenmöglichkeiten für Deutschland aufgeführt.


2.1 Welche Projekte gibt es?

Ärzte ohne Grenzen ist weltweit tätig. Wo immer humanitäre und medizinische Hilfe gebraucht wird, sind sie vor Ort. Zu den längerfristig geplanten Projekten gehört beispielsweise eine Impfkampagne gegen Meningitis in Tschad. In diesem Land breiten sich Krankheiten wie Malaria, Masern, Cholera und Meningitis sehr schnell aus, da die medizinische Versorgung nur lückenhaft vorhanden ist. Die NPO hat mit der Impfkampagne das Ziel, mehr als 90 Prozent der Zwei- bis Dreißigjährigen in der Region Oum Hadjer gegen Meningitis zu impfen, um die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen. 2012 startete das Projekt und wurde mit Erfolg durchgeführt: Durch die Aufklärung und die gute Organisation vor Ort gelang es, zahlreiche Menschen zu impfen, sodass Ärzte ohne Grenzen nicht mit einem Ausbruch der Meningitis in nächster Zukunft rechnet. Bei wem bei der Impfung die Krankheit festgestellt wurde, kam es zur Behandlung und bei schwerem Krankheitsverlauf wurden diese Personen ins Referenzkrankenhaus von Oum Hadjer gebracht, das die NPO mit Personal, Medikamenten, Material und Trainings unterstützt. Um einen Blick für die Größenordnung zu erhalten: Dieser Einsatz kostete ungefähr 443.000 Euro, die unter anderem für internationale Mitarbeiter, nationale Mitarbeiter, Medikamente und Logistik verwendet wurden, wie der Bericht von Ärzte ohne Grenzen darlegt.


Zu den kurzfristigen Einsätzen gehörte die Hilfe für Menschen in Überschwemmungsgebieten in Pakistan. Dieses Land ist häufig von Überschwemmungen betroffen, sodass Ärzte ohne Grenzen alle paar Jahre Hilfe für die Überschwemmungsopfer leistet. Das Ziel bei diesen Einsätzen ist die schnelle medizinische Nothilfe, damit die Gesundheit der Menschen in den überschwemmten Gebieten erhalten bleibt oder wiederhergestellt wird. Vor allem die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser und Hygiene-Artikeln gehören zu den Maßnahmen, die die NPO ergreift. Das Trinkwasser wird mittels mobilen Wassertanks an die Menschen verteilt. Die Menschen, die aufgrund der Überschwemmung kein Haus mehr haben, werden in provisorischen Camps betreut. Die mobilen Einsatzteams für die medizinische Versorgung sind aber nicht nur in den Camps im Einsatz, sondern auch in den Dörfern, die verschont geblieben sind oder nicht so stark vom Hochwasser getroffen wurden. Da schmutziges Trinkwasser und Mangelernährung trotz allem nicht auszuschließen war, hat Ärzte ohne Grenzen auch das lokale Krankenhaus in Dera Murad Hamali unterstützt: Die Mitarbeiter sorgten für Aufklärung im Ernährungszentrum, eröffneten einen Operationssaal und ein Behandlungszentrum für Patienten mit schweren Durchfallerkrankungen. Dieser Einsatz kostete die NPO über 654.000 Euro. Diese Kosten machen deutlich, wie wichtig es ist, dass Ärzte ohne Grenzen Spenden bekommt. Möglichkeiten zum Spenden haben Privatleute, Schulen und Unternehmen viele.


2.2 Wie können Privatleute/Schulen spenden?

Am einfachsten für Privatleute ist die Spende direkt über die Homepage von Ärzte ohne Grenzen: Dort kann der Spender eingeben, ob er monatlich oder einmalig spenden möchte und wie hoch dieser Betrag sein soll. Ab einer Spende von 20 Euro erhalten die Spender zudem automatisch eine Jahresspendenquittung, da Spenden steuerlich absetzbar sind. Wer lieber anderen eine Freude machen möchte, kann auch eine Spende verschenken. In diesem Fall bekommt der Spender eine Spenderurkunde, die er verschenken oder sogar direkt von Ärzte ohne Grenzen an die betreffende Person schicken lassen kann. Da Schulen etwas mehr Anreiz brauchen, um zu spenden, bietet Ärzte ohne Grenzen auch Spendenaktionen an. Ob ein Fußballturnier, ein Benefizlauf oder ein Kuchenverkauf - Ärzte ohne Grenzen versorgt die Schulen mit umfangreichem Informationsmaterial und steht bei der Organisation der Aktion gerne beratend zur Seite, wenn dies gewünscht ist.


2.3 Wie können Unternehmen spenden?

Eine Aktion wie ein Benefizlauf ist auch für Unternehmen möglich. Allerdings haben diese noch ganz andere Möglichkeiten um zu spenden. Ärzte ohne Grenzen steht beispielsweise in einer Kooperation mit dem Raab-Verlag. Der Verlag verkauft Weihnachtskarten, Glückwunschkarten, Kalender und andere Werbegeschenke. Um Ärzte ohne Grenzen zu unterstützen, können Unternehmen die speziellen Weihnachts- oder Grußkarten der NPO beim Raab-Verlag kaufen. Pro Karte gehen 26 Cent an die gemeinnützige Organisation. Da Unternehmen häufig eine hohe Abnehmerzahl von Glückwunschkarten haben, beispielsweise um ihren Kunden ein Dankeschön zu schicken, kommen dabei große Spendenmengen für Ärzte ohne Grenzen zusammen. Der Vorteil dieser Grußkarten von Ärzte ohne Grenzen ist, dass auf jeder Karte das Logo der Organisation zu finden ist. So wissen die Empfänger, dass sie nicht einfach nur einen Weihnachtsgruß des Unternehmens bekommen, sondern mit diesem Gruß gleichzeitig die NPO unterstützt wurde. Dies weckt in den meisten Fällen positive Gefühle beim Empfänger für die Firma, da diese nicht nur an ihren Profit, sondern auch an humanitäre Hilfe denkt. Wer keine Weihnachtskarten verschicken will, kann als Unternehmen auch direkt an Ärzte ohne Grenzen spenden und erhält dafür auf Nachfrage Aktionsmaterial. Mit diesem kann das Unternehmen beispielsweise gegenüber seinen Mitarbeitern kommunizieren, dass sie der NPO Geld gespendet haben.


3. MISEREOR

Diese gemeinnützige Organisation ist zugleich eine kirchliche: MISEREOR wurde von der katholischen Kirche ins Leben gerufen und diese ist immer noch Träger der NPO. Aus diesem Grund sind die Ziele des Hilfswerks kirchlich ausgerichtet. Es sollen beispielsweise die Gläubigen und darüber hinaus alle Menschen in Deutschland auf die Not in der Welt aufmerksam gemacht werden, damit diese einen Handlungsbedarf im Sinne der Nächstenliebe und Solidarität sehen. Deswegen sind die Ziele nicht nur international ausgerichtet. Es findet auch eine Förderung gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke statt, unter anderem wird so die Bildung und Erziehung, die Jugend- und Altenhilfe, die Völkerverständigung und die katholische Kirche gefördert. Diese vor allem in ihrem Bemühen, die Fastenbewegung als Symbol solidarischer Nächstenliebe wieder einzuführen. Neben diesen Zielen hat MISEREOR allerdings auch noch international ausgerichtete, um die Not in der Welt zu lindern. Vor allem die Entwicklungshilfe in Ländern wie Asien, Afrika und Lateinamerika wird gefördert. Dabei findet keine Diskriminierung statt. Die Hilfe kommt grundsätzlich allen Menschen zugute, die Not leiden, egal welcher Rasse, Geschlecht, Religion oder Nation sie angehören. Allerdings legt die NPO Wert darauf, dass eine Hilfe zur Selbsthilfe stattfindet. Das bedeutet, dass sich die Lebensverhältnisse dahingehend verändern sollen, dass die Menschen aus eigenen Kräften ihr Leben ändern können. So erreicht das Hilfswerk eine nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität: Die Menschen können in mehr Würde leben, sodass Gerechtigkeit, Freiheit, Versöhnung und Friede gefördert wird, wie es in der Satzung des Hilfswerks festgehalten ist.


3.1 Welche Projekte gibt es?

MISEREOR hat viele Projekte laufen, die Hilfe zur Selbsthilfe leisten. In Indien und Ägypten sorgt das Hilfswerk beispielsweise dafür, dass Kinder Bildung erhalten, damit sie sich aus der Kinderarbeit befreien können. Da zu der Bildung auch eine berufliche Ausbildung gehört, schaffen es die Kinder, den Teufelskreis aus Armut, Verschuldung, Kinderarbeit, Analphabetismus und mangelnden Berufsaussichten zu durchbrechen. Die Hilfe zur Selbsthilfe zeigt sich im Fall der Kinderarbeit und Armut besonders durch ein Beispiel aus Kalkutta: Arbeiter, die auf einer Müllhalde wiederverwertbare Abfälle suchen, haben mit Hilfe von MISEREOR-Spenden eine Halle gekauft, um das Recycling-Material besser verkaufen zu können. In dieser Halle erhalten zudem ihre Kinder Unterricht, um Wissen und Bildung zu erlangen. Damit haben sie die Chance auf eine Berufsausbildung und können die Armut überwinden. In Kenia werden vor allem Mädchen geschützt. Sie laufen wie auch die Jungen, von ihrem Dorf weg in die Stadt, um der Armut zu entkommen, landen in den meisten Fällen aber auf der Straße. Dies ist eine Welt voller Gewalt, Hunger, Krankheit und Not. Den Mädchen droht zudem die Gefahr, in die Prostitution abzurutschen. Deswegen unterstützt MISEREOR das Rescue Dada Centre, ein Rehabilitationszentrum. Dort werden Mädchen unterstützt, sowohl durch ausreichende Ernährung als auch durch Bildung. Sie lernen zudem ein geordnetes Leben zu führen. Körperhygiene, geregelte Tagesabläufe und die Vermittlung von Respekt gehören unter anderem zu den Aspekten, die den Mädchen beigebracht werden.


Nicht nur Bildung ist MISEREOR allerdings wichtig. Auch die nachhaltige Landwirtschaft gehört zu den Themen, mit denen die Lebensqualität verbessert werden kann. Dies zeigt sich in einem Projekt des Hilfswerks in Burkina Faso. Die Bewohner eines Dorfes nahe der Wüste haben durch MISEREOR und dem Entwicklungsprogramm UFC gelernt, das Wasser der Regenzeit aufzufangen, um es so auch während der Trockenzeit verwenden zu können. Aus diesem Grund können sie nun auch außerhalb der Regenzeit Nahrung, wie Zwiebeln oder Kartoffeln, anbauen und haben immer genug zu essen.


3.2 Wie können Privatleute/Schulen spenden?

Privatleute haben die Möglichkeit, regelmäßig oder auch einmalig zu spenden. Die Spenden können von der Steuer abgesetzt werden, da es sich bei MISEREOR um eine gemeinnützige Organisation handelt. Wenn Privatpersonen ein bestimmtes Projekt unterstützen wollen, ist dies ebenfalls möglich  in diesem Fall steht auch direkt neben dem Projekt, was das gespendete Geld bewirkt. Für Schulen gibt es die Möglichkeit, mittels verschiedener Aktionen Spenden für MISEREOR zu sammeln. Beispielsweise durch einen Spendenlauf oder auch durch eine Schuhputzaktion: Dadurch wird das Bewusstsein dafür geschult, dass in anderen Ländern Kinder dies wirklich machen müssen, um zu überleben.


3.3 Wie können Unternehmen spenden?

Unternehmen haben ebenfalls die Möglichkeit, an MISEREOR zu spenden. Dies ist beispielsweise durch Mitarbeiter- oder Kundenaktionen möglich. Durch einen Firmenlauf beispielsweise können Mitarbeiter Spenden für das Hilfswerk sammeln. Auch Produkte von MISEREOR können von Unternehmen verkauft werden, deren Erlös direkt an die NPO geht. Die HelpCard ist zudem eine ganz besondere Art der Spende. Statt das Unternehmen einfach eine Spende an MISEREOR entrichten und Mitarbeiter und Kunde darüber informieren, bekommen diese mit der HelpCard die Möglichkeit, zu entscheiden, in welches der Projekte das gespendete Geld fließen soll. Wenn das Unternehmen selbst entscheiden will, in welches Projekt das gespendete Geld fließen soll, kann es sich aber aussuchen, wie es das seinen Kunden mitteilen möchte. MISEREOR bietet beispielsweise einen Banner für den Internetauftritt an, einen Aufkleber auf der Post oder auch eine Karte, die den Mitarbeitern und Kunden zugeschickt werden kann.


4. Fazit: Welchen Anreiz bieten NPOs zum Spenden?

Unicef, Ärzte ohne Grenzen und MISEREOR unterstützen alle Projekte, die die Lebensqualität in Krisengebieten nachhaltig verbessern sollen. Privatpersonen, Schulen und Unternehmen, die diese NPOs unterstützen, zeigen soziales Engagement. Die Spendenmöglichkeiten sind bei allen relativ ähnlich: Private Spende für bestimmte Projekte, Aktionen für Schulspenden und Werbegeschenke wie Grußkarten für die Unternehmensspende. Auf jedem Internetauftritt werden die Spender gut informiert. Unicef bietet sogar den besonderen Anreiz, dass die Spender direkt sehen, für welche Hilfsgüter ihre Spende verwendet werden kann. Der Anreiz, für Unicef zu spenden, wird dadurch schon geschaffen - zumindest für die Privatpersonen. Bei Ärzte ohne Grenzen entsteht dieser Anreiz durch das Verschenken der Spende und MISEREOR lockt die Spender mit der Möglichkeit, ein bestimmtes Projekt unterstützen zu können. Für Schulen entsteht der Anreiz durch gemeinsam gestaltete Aktionen: Die Schüler werden aktiv mit eingebunden, lernen etwas über die jeweilige Organisation und erfahren hinterher auch den Erfolg, Geld gesammelt zu haben und zu wissen, dass dieses Geld gemeinnützigen Zwecken zu Gute kommt. Der Anreiz für die Privatpersonen zeigt sich auch in Zahlen: Durchschnittlich spendet jeder Bundesbürger im Jahr 201 Euro. Die über 65-Jährigen spenden zudem am meisten. In dieser Altersgruppe wurden durchschnittlich 255 Euro pro Jahr gespendet, nähere Informationen dazu gibt es hier.


Unternehmen brauchen meist etwas mehr Anreiz, um zu spenden. Die Werbewirksamkeit, die eine Spende an eine gemeinnützige Organisation bedeutet, sollte aber nicht unterschätzt werden. Durch Grußkarten, die mit dem Logo der Organisation versehen sind, für die gespendet wurde, wissen Mitarbeiter und Kunden sofort, dass das Unternehmen sich sozial engagiert. Durch die umfangreichen Informationsmaterialen, die Ärzte ohne Grenzen, Unicef und MISEREOR den Unternehmen nach der Spende zukommen lassen, kann das Unternehmen seine Mitarbeiter und Kunden zudem genau darüber informieren, wofür das Geld in der jeweiligen Organisation genutzt wird. Dies kann beispielsweise bei Kunden zu Kaufentscheidungen führen. Hier entsteht für die Unternehmen deswegen ein großer Anreiz, Non-Profit-Organisationen zu unterstützen.

Abbildung 1: flickr.com © The Co-operative (CC BY 2.0)

Abbildung 2: flickr.com © steffen.peschel (CC BY-SA 2.0)

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