Auf dem Eurogipfel letzte Woche verlor die deutsche Bundeskanzlerin offenbar die Nerven und verglich die Eurozone mit der "DDR". Außerdem warnte sie die EU-Bosse vor einem Kollaps und drohte damit, die Zahlungen Deutschlands einzustellen. - NSA sei wie STASI.
Angela Merkel hat die Eurozone mit der DDR verglichen und die EU-Chefs vor einem Zusammenbruch gewarnt - so zitiert die französische Tageszeitung Le Monde offenbar einen Wutausbruch der deutschen Bundeskanzlerin hinter den Kulissen beim letzten EU-Gipfel.
Außerdem habe die Kanzlerin indirekt damit gedroht, dass Deutschland keine weitere Hilfen mehr für Eurokrisenländer bereitstellen könnte.
Zur Eskalation kam es offenbar bei der Debatte über die „Reformverträge“, die Merkel den Euroländern vorschreiben möchte, damit sie Reformen nach dem Muster der Agenda 2010 durchführen. Nicht nur Frankreich, Italien und Spanien weigerten sich, mitzuziehen.
Merkel war offenbar so sauer auf das Nein ihrer EU-Partner, dass sie ihre Contenance verlor und gewagte Parallelen zu eigenen DDR-Erfahrungen zog. „Ich bin in einem Staat groß geworden, der das Glück hatte, dass ihm Westdeutschland in der Not geholfen hat“, sagte Merkel laut Le Monde.
„Für Europa wird dies niemand machen“, habe sie drohend hinzugefügt. „Wenn sich alle so verhalten, wie es unter dem Kommunismus möglich war, dann sind wir verloren“, wird die Kanzlerin weiter zitiert. „Ohne den nötigen Zusammenhalt wird die Gemeinschaftswährung früher oder später platzen“, zitiert das gewöhnlich zuverlässige (und regierungsnahe) Blatt aus Paris Merkel.
NSA wie STASI
Nach der Spähaffäre mit ihrem Handy rief Merkel US-Präsident Obama an. Über den Verlauf desGespräches im Oktober war bislang wenig bekannt geworden. Nun berichtet die "New York Times" mit Verweis auf eine ungenannte Quelle, dass die Bundeskanzlerin sich durch die Enthüllungen um einen Spähangriff der National Security Agency (NSA) auf ihr Handy an ihre Kindheit als Tochter eines evangelischen Pfarrers in der DDR erinnert fühle. "She told him, ‘This is like the Stasi’", zitiert die Zeitung die ungenannte Person, die sich mit Angela Merkel über das Gespräch ausgetauscht haben will.



