Die Geldsystem-Krise schwelt weiter. Kein Problem wurde gelöst. Im Gegenteil: Die globalen Schulden sind seit Ausbruch der "Finanzkrise" sogar um rund 40% gestiegen. Die scheinbare Ruhe trügt. Der Tag der Abrechnung rückt näher. Gibt es Alternativen? Andreas Popp im Gespräch mit Michael Mross.
Arabischer Frühling, Massenproteste, Aufstand und Aufruhr - das alles hat letztlich eine Ursache: Unser Geldsystem. Dieses befindet sich laut Andreas Popp in der finalen Phase, so dass nicht nur der Stress im Finanzsystem zunimmt, sondern auch auf der Strasse.
Derzeit sind die Aufstände noch weit weg - aber sie kommen Näher. Auch in den USA und Europa wird es zu großen Protestbewegungen kommen - hin bis zur völligen Unkontrollierbarkeit der Ereignisse. In der Zwischenzeit werden Politik und Medien alles tun, um die Massen durch Manipulation ruhigzustellen - unter dem Motto: Alles im Griff, alles halb so schlimm. Aber irgendwann kommt der Punkt, wenn es dann knallt und dann werden die Leute auf die Straße gehen - prognostiziert Andreas Popp
Thema Manipulation: Das fängt laut Popp schon damit an, dass bestimmte Begriffe umgedeutet werden. Beispielsweise wird der Begriff "Protektion" negativ ausgelegt, obwohl er eigentlich positiv zu verstehen ist. "Protektion schützt eigentlich den Bürger, wird aber im Finanzwesen als negativ bewertet, weil sich damit Märkte nicht mehr unkontrolliert ausdehnen können." Genauso steht es um den Bergriff "Verbraucher" - ein widerliches Wort, dass den Menschen zum reinen Konsumenten degradiert".
Ähnliches verhält es sich mit dem Begriff "Schuld" in Verbindung mit "Geld": "Wessen Schuld ist das eigentlich?" - fragt Popp. Das Geldsystem hat praktisch religiöse Züge angenommen. Wir müssen uns fragen, was es für Alternativen zu diesem System gibt.
Vor acht Jahren hätte dieses System schon längst brechen müssen. Die einzige Frage ist, wie lange man die Menschen noch verdummen kann, damit sie es nicht merken. Die Menschen haben offenbar aber auch Angst vor Veränderungen.
Die Frage ist doch: "Wollt ihr die Banken retten mit euren Geldern, oder wollt ihr ein anderes System" - Argentinien und Island haben schließlich auch überlebt.
Es geht darum, dass sich der Staat nicht über Banken finanziert, sondern dass er selbst sein Geld herausgibt. Das ist auch Bestandteil von "Plan B" der Wissensmanufaktur. Die Frage ist, wie kann man dieses System verändern, damit alle profitieren.
Wenn wir so weiter machen, dann ist der Untergang programmiert. Wir brauchen eine neue Denkstruktur, um neu anzufangen. Wir müssen uns von den Paradigmen lösen "rechts" links" Sozialismus" Kapitalismus".
Popp: "Sozialismus und Kapitalismus sind zwei Seiten der selben Medaille. Beim Beim Kapitalismus wird die Wirtschaft zerstört und anschließend verstaatlicht. Beim Sozialismus wird sie erst verstaatlicht und dann zerstört."
Zu Gold: Gold und Silber sind als Rettung des Vermögens derzeit alternaivlos. Ob es jedoch in einem neuen Währungssystem als Anker taugt, bezweifelt Andreas Popp. Ein neues Geldsystem muss verschiedene Komponenten mit einander verbinden, u.a. ist der Begriff "fließendes Geld" wichtig. Auch ein neues Bodenrecht sei wichtig, obwohl - laut Popp - die Leute dann immer zusammenzucken, weil sie glauben, sie würden enteignet.
Zu der Frage, wann nun mit dem Kollaps des Geldsystems zu rechnen ist, kann laut Popp keine eindeutige Antwort gegeben werden. Er wundere sich, dass es überhaupt noch funktioniert. Die Rechtsstaatlichkeit sei schon lange verlassen und das ganze System wird nur noch mit faulen Tricks funktionsfähig gehalten. Popp: "Es sieht sehr ernst aus. Wann es jedoch zum Bruch kommt, kann niemand sagen".
Michael Mross im Gespräch mit Andreas Popp



