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Niedrigzins killt Sparkassen

Studie: Niedrigzinsen bedrohen die Existenz vieler Sparkassen und Volksbanken. Die Niedrigzinsen greifen das Brot-und Butter-Geschäft der Institute an, das darin besteht, Spareinlagen als Kredite auszureichen. Die Differenz zwischen Einlagenzinsen und Kreditzinsen schmilzt zusammen.

 

Die anhaltenden Niedrigzinsen bedrohen das Geschäftsmodell der Sparkassen und Volksbanken. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung des Wirtschaftsprofessors Bernd Nolte, in Personalunion Chef der Beratungsfirma 4P Consulting, die eine Gruppe von Sparkassen und Volksbanken initiiert hat. In der unveröffentlichten Studie, die dem Handelsblatt (Freitagausgabe) vorliegt, warnt er vor einer „deutschen Regionalbankenkrise“. Bis 2018 sei ein gravierender Ertragsrückgang für deutsche Regionalinstitute absehbar, so Nolte.

Der Wirtschaftsprofessor hat die Ertragslage von 300 Sparkassen und Volksbanken untersucht. Während das Verhältnis von Aufwand und Ertrag 2013 bei 35 Prozent aller Regionalinstitute im wettbewerbsgefährdeten Bereich lag, sieht Nolte 2018 zwei Drittel aller Sparkassen und Institute in ihrer Existenz bedroht – sofern die Institute nicht gegensteuern. Die Niedrigzinsen greifen das Brot-und Butter-Geschäft der Institute an, das darin besteht, Spareinlagen als Kredite auszureichen. Die Differenz zwischen Einlagenzinsen und Kreditzinsen schmilzt zusammen.

Das Thema ist bereits auf der politischen Agenda. So hat der Ausschuss für Finanzstabilität auf seiner jüngsten Sitzung „mögliche Rückwirkungen des Niedrigzinsumfeldes mit Blick auf mögliche Gefährdungen“ analysiert. Dem Gremium gehören Vertreter des Bundesfinanzministeriums, der Finanzaufsicht Bafin, der Bundesbank und des Rettungsfonds Soffin an. Seine Aufgabe: Systemische Risiken für das Finanzsystem möglichst frühzeitig erkennen.
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