DAX-Prognose 2014: Gehen die Aktienmärkte weiter neuen Rekodrdständen engegen? Was passiert mit Anleihen und Zinsen? Bleiben die Renditen weiter auf Rekordtief? Sind Aktien fundamental überbewertet? DAX 13000?
Von Thomas Hellener, Geschäftsführer Fondsvermittlung24.de GmbH
Mit Beginn eines neuen Börsenjahres stellt sich, wie in jedem Jahr, die Frage nach den möglichen Perspektiven. Für 2014 rechnen viele Experten mit einem positiven Aktienjahr, denn die Zinsen verharren nach wie vor auf historischen Tiefstständen und die Märkte haben Zugang zu enormer Liquidität. Gleichzeitig konnte sich die Wirtschaft gegen Ende 2013 langsam erholen. All diese Vorzeichen lassen darauf schließen, dass auch die Aktienwerte hiervon partizipieren und ihren Kursanstieg fortsetzen können.
Wirtschaft dank enormer Liquidität auf dem Vormarsch
Mit dem Ausbruch der Euro-Krise im Jahr 2008 haben die Notenbanken entschieden, die Geldpolitik zu lockern und die Zinsen zu senken. Seither sind enorme Mengen an Liquidität in die Märkte geflossen, die für Investitionen genutzt wurden. Sowohl in den USA wie auch in Europa zeigen sich nun erste Erfolge, denn die Wirtschaft stabilisiert sich. Lediglich die Kreditvergabe macht den Notenbank-Chefs noch Sorge, denn insbesondere in den südeuropäischen Staaten geht das Kreditvolumen schrittweise zurück, was die kommende Wirtschaftserholung gefährden könnte.
Übersicht: wirtschaftliche Erholung Europas und das rückläufige Kreditvolumen:
Quelle: Thomson Reuters Datastream, Grafik: Fondsvermittlung24.de GmbH
Auch in den USA hat die US-Notenbank Fed in den vergangenen Jahren enorme Mengen Liquidität in die Märkte gepumpt, um die Wirtschaft zu stärken. Besonders das Anleihe-Kaufprogramm, bei dem pro Monat 85 Milliarden US-Dollar in Anleihen investiert werden, wirkte unterstützend. Hierdurch jedoch ist die Fed zum größten Gläubiger für US-Staatsanleihen geworden und finanziert so das US-Budgetdefizit mit. Auch wenn das Anleihekaufprogramm nun leicht gekürzt wurde und künftig nur noch 75 Milliarden US-Dollar pro Monat investiert werden, ist ein Ausstieg aus diesem Szenario für die Fed nahezu unmöglich.
Übersicht über die größten Gläubiger der USA:
Quelle: Bloomberg, Grafik: Fondsvermittlung24.de GmbH
Zusammenhang zwischen Aktienanstieg und fundamentaler Bewertung
In den vergangenen Monaten konnten insbesondere die Werte im DAX von einer positiven Entwicklung profitieren. Hier bleibt jedoch nach wie vor die Frage, ob die Aktienentwicklung tatsächlich den fundamentalen Rahmenbedingungen entspricht oder ob sich eine Blase gebildet hat. Unstrittig ist, dass die Preisanstiege vielfach auch mit einer steigenden Bewertung beim Kurs-Gewinn-Verhältnis einhergegangen sind. Betrachtet man hingegen die historischen Bewertungen im Vergleich, ist die These einer aktuellen Überbewertung kaum aufrecht zu erhalten:
Quelle: Bloomberg, Grafik: Fondsvermittlung24.de GmbH
Anhand dieser Grafik wird deutlich, dass die KGV´s der vergangenen Hausse-Phasen deutlich ausgeprägter waren. Zudem verfügen viele Unternehmen heute über fundierte wirtschaftliche Erfolge sowie einer enormen Liquidität, die in neue Projekte investiert werden kann.
Gleichzeitig sollten Anleger auch die übrigen Asset-Klassen beachten, denn hier zeigt sich, dass insbesondere Anleihen und Bundeswertpapiere verstärkt nachgefragt werden. Ähnlich wie Sparkonten und Festgelder jedoch haben Anleger hiermit kaum die Möglichkeit, die aktuelle Inflationsrate zu erzielen, was zu einer stetigen Geldvernichtung führt.
Übersicht über die aktuellen Renditen unterschiedlicher Vermögenswerte:

Quelle: Bloomberg, Grafik: Fondsvermittlung24.de GmbH
Um der Geldentwertung zu entgehen, rechnen Experten damit, dass Anleger sukzessive umschichten und Geld aus Anleihen vermehrt in Aktien investieren. Entsprechende Rotationen können ebenfalls für eine weitere Dynamik an den Aktienmärkten sorgen.
Weltweites Wirtschaftswachstum wird weiter anhalten
Die wirtschaftliche Erholung in Europa und den USA war bereits in den vergangenen Monaten erkennbar. Wie Wirtschaftsexperten in ihren aktuellen Prognosen jetzt aufzeigen, bleibt diese wirtschaftliche Erholung auch weiter bestehen und kann sogar zusätzliche Anreize schaffen.
Das prognostizierte BIP-Wachstum 2014

Quelle: Thomson Reuters, Statista, Grafik: Fondsvermittlung24.de GmbH
Nach den Erwartungen der Ökonomen werden sich vor allem die haussierenden Kapitalmärkte positiv auf das Wirtschaftswachstum auswirken, denn sie sorgen sowohl für Investitionen wie auch privaten Konsum. Hinzu kommen expansive Fiskalausgaben, die für weiteres Wachstum sorgen werden. Auch die EZB wird ihren Teil beitragen und ein neues Maßnahmenpaket auf den Weg bringen. Dieses soll unter anderem die Europäische Investitionsbank fördern, die künftig Kredite an neu gegründete Unternehmen oder größere Investitionen ausreichen wird. All diese Maßnahmen werden für steigende Aktienkurse sorgen und damit weiteres Wachstum beflügeln, denn nicht selten entwickelt sich hieraus eigene Eigendynamik, die es zu nutzen gilt.
Die möglichen Profiteure 2014
In Anbetracht der Vorgaben scheinen sich die Aktienmärkte 2014 positiv zu bewegen. Für Anleger ist es in diesem Zusammenhang durchaus sinnvoll, einen Blick auf jene Aktienwerte zu werfen, die bislang von der Hausse kaum profitieren konnten. Gerade in Ländern wie Spanien, Portugal oder Italien finden sich noch zahlreiche Werte, die über enormes Kursaufholpotenzial verfügen und daher besonders für Investitionen geeignet sind.
Europäische Blue-Chips mit Aufholpotenzial:
Quelle: Thomson Reuters Datastream, Grafik: Fondsvermittlung24.de GmbH
Mit diesen Aktienwerten kann es möglich sein, die Aktien-Hausse deutlich zu verlängern und attraktive Gewinne zu erzielen. Die für die „liquiditätsgetriebene Hausse“ notwendigen Gelder werden von den Zentralbanken auch weiterhin zur Verfügung gestellt, um Banken, Staaten und Immobilienmärkte zu stützen. Die damit verbundene ökonomische Überschussliquidität wird nicht selten in Aktien investiert, die mit überdurchschnittlichen Renditen profitieren können.
Fazit
Das Börsenjahr 2014 wird dank guter Vorgaben wohl positiv verlaufen und lässt Investitionen in Aktien lukrativ werden. Obwohl nach wie vor Unsicherheiten am Markt vorhanden sind, die Gründe größerer Volatilitäten sein können, bieten die zahlreichen guten Vorgaben enorme Anlagechancen, die für überdurchschnittliche Gewinne 2014 sorgen können.
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