Deutsche Bank bekämpft Bonus-Exzesse – 2013 hat kein Mitarbeiter der Bank mehr als zehn Millionen Euro verdient. Für einen Aufschrei sorgte in den letzten Jahren der 80-Millionen-Bonus eines inzwischen entlassenen Händlers. - Commerzbank Deckel bei 1 Million.
Nach harter Kritik an einem womöglich halbherzigen Kulturwandel kann die Deutsche Bank bei einem besonders kritisch beäugten Thema Fortschritte verbuchen. Die Reform der Bonusregeln zeigt offenbar Wirkung: Im Jahr 2013 hat nach Informationen der „Welt“ aus Finanzkreisen keiner der rund 100.000 Mitarbeiter der Bank mehr als zehn Millionen Euro verdient. Dies gilt sowohl für die Vorstände als auch für die früher besonders üppig bezahlten Investmentbanker.
Das sah vor einigen Jahren noch ganz anders aus. Für einen Aufschrei sorgte etwa der 80-Millionen-Bonus eines inzwischen entlassenen Händlers. „Die Boni sind in eine Größenordnung gewachsen, die kein normaler Mensch mehr nachvollziehen kann“, räumte Aufsichtsratschef Paul Achleitner vergangenes Frühjahr ein. Den Worten hat man wohl durchaus Taten folgen lassen. Zweistellige Millionengehälter hat 2013 niemand mehr eingestrichen, wie es in Umfeld der Bank heißt.
Mit Blick auf den Vorstand ist das keine Überraschung: Die Co-Chefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain könnten selbst dann, wenn sie alle Geschäftsziele erreicht hätten, nicht auf mehr als 9,85 Millionen Euro kommen. Das ergibt sich aus dem von der Hauptversammlung genehmigten Vergütungsplan. Doch auch auf den Ebenen darunter hat es nach Informationen der „Welt“ im vergangenen Jahr keine zweistelligen Millionenboni mehr gegeben.
In den vergangenen Jahren hat die Bank ihr Vergütungssystem mehrfach reformiert. Zwar hatte sie deutlich gemacht, dass es auch weiterhin „Experten“ geben werde, die mehr Geld bekämen als die Vorstände. Doch mit einer besonders umstrittenen Praxis hat man Schluss gemacht: Händler erhalten keine unbegrenzten Gewinnbeteiligungen mehr.
In früheren Jahren erhielten die Wertpapierspezialisten oft einen bestimmten Prozentsatz der Profite, die ihre Geschäfte abwarfen, ohne dass die Summe begrenzt gewesen wäre. Solche Verträge gibt es dem Vernehmen nach bei der Deutschen Bank nicht mehr.
Zu den konkreten Ergebnissen der Bonusrunde für 2013 wollte sich eine Sprecherin der Bank nicht äußern.
Die Finanzaufsicht BaFin hatte die Vergütungspraxis zahlreicher größerer Banken scharf kritisiert, ohne auf einzelne Namen einzugehen. Dem Vernehmen nach gehörte jedoch auch die Deutsche Bank zu den getadelten Instituten.
Die Commerzbank hat im Zuge der Staatsbeteiligung ihre Bonus-Zahlungen drastisch runter schrauben müssen. Doch auch hier laufen Verfahren von Ex-Mitarbeitern auf Zahlung von Boni in Höhe von zweistelligen Millionenbeträgen.



