Das Internet wird aufgeräumt – ICANN stellt neue Top-Level-Domains vor.
Wer in den letzten Jahren mit einer neuen Webseite an den Start gehen wollte, hat es sicherlich gemerkt: Es ist eng geworden im weltweiten Netzwerk – eng und unordentlich. Hier sah auch die Internetverwaltung ICANN Handlungsbedarf und hat nun zum Aufräumen aufgerufen. Um im derzeitigen Domain-Gewirr klar Schiff zu machen, wurden Anfang 2014 die neuen Top-Level-Domains (TLDs) vorgestellt. Was sich bisher dem Länderkürzel entsprechend .de, .fr oder .ch nennen musste oder ein .com, .net, oder .org im Namen trug, kann nun auch seiner Funktion entsprechend mit einer der über 1.000 neuen Domain-Endungen wie .shop, .gmbh, .voting, oder .bank versehen werden. Dieser Schritt, der von der ICANN als Revolution des Internets angepriesen wird, wird von Unternehmen bisher eher skeptisch beäugt, wie die NZZ berichtet. Noch schrecken viele Unternehmer vor zusätzlichen Kosten zurück. Weniger zurückhaltend gestaltet sich die Nachfrage allerdings bei sogenannten Geo-TLDs. Vorreiter ist hier die geografische Top-Level-Domain .berlin, die laut golem.de binnen vier Wochen an den Start gehen will. Warum auch Sie die neuen Endungen als Chance betrachten sollten, verraten wir Ihnen im Folgenden.
Neue Darstellungsmöglichkeiten dank Top-Level-Domains
Auch wenn der Zugewinn neuer Domains im Vergleich zum Vorjahr etwas zurückgeht, zeigt eine Statistik von 2013 – hier ausgewertet von domain-recht.de – , dass es bei etwa 15,5 Mio. de-Domains und fast 112 Mio. com-Domains für neue Unternehmen zunehmen schwieriger wird, sich den gewünschten Domainnamen zu sichern. Die neuen TLDs bieten hier einen ganz neuen Gestaltungsspielraum: Nicht nur wird es aufgrund der zahlreichen neuen Kombinationsmöglichkeiten einfacher, den gewünschten Namen vor dem Punkt zu erhalten, auch das nachstehende Kürzel bietet Unternehmen nun die Chance, mit Branchen-bezeichnenden Endungen wie .reisen, .sport, .music oder .hotel eingängige und werbewirksame Web-Adressen zu kreieren oder durch .münchen, .berlin oder .stuttgart auf einen lokalen Bezug hinzuweisen. Marketing-technische Relevanz könnten Top-Level-Domains im Zusammenhang mit nischenspezifischen Suchmaschinenfunktionen erlangen. In diesem Fall wäre es vorstellbar, dass sich das Netz zukünftig auch nach bestimmten branchen-relevanten Endungen filtern lässt.
Wie bekomme ich eine Top-Level-Domain?
In puncto TLD heißt es derzeit noch Abwarten. Verbindliche Vorbestellungen sind Anfang 2014 noch nicht möglich. Der deutsche Hosting-Anbieter STRATO rät seinen Kunden in diesem Zusammenhang jedoch, die eigene Wunschdomain bei mehreren Anbietern unverbindlich vormerken zu lassen. Dies ist bei seriösen Anbietern kostenlos möglich und gewährt im entscheidenden Moment einen Informationsvorsprung. Durch die unverbindliche Vormerkung gewinnt man Zeit zum Handeln und steigert seine Chance, die vakante Domain zugesprochen zu bekommen, sobald der Bestellprozess von ICANN gestartet wird und eine verbindliche Vorbestellung möglich ist.



