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China gegen Bitcoin?

China bekämpft den Bitcoin weiter. Vielleicht betrachtet die Volksrepublik die Kryptowährung als ökonomisches Unkraut. Vielleicht werden am 31. Januar alle Börsen schließen. Nichts von dem, was nun folgt, sind Fakten. Betrachten Sie es als ein Gemurmel, das ohne beglaubigte Quellen über mehrere Übersetzungen und Foren hier ankommt.

 

Von Christoph Bergmann

Es ist weitgehend unmöglich, Nachrichten aus China anhand der Originalquellen zu prüfen, wenn man kein chinesisch kann und nicht mehrere Versionen von Übersetzungen ins Englische kursieren. Der Google-Übersetzer hilft nicht wirklich weiter. Es gibt ein, zwei, vielleicht drei übersetzte Dokumente, einige Artikel in Magazinen, und ein Statement eines chinesisches Users eines Forum.

Fangen wir mit dem an, was relativ sicher zu sein scheint: die Volkspartei hat es am 5. Dezember “Dritte-Partei-Finanzdienstleistern” untersagt, mit Bitcoin-Börsen Geschäfte zu machen. Genauer gesagt: Sie dürfen Geld von den Börsen auszahlen, aber nicht einzahlen. Es ist unklar, ob dies auch Banken betrifft, die Einzahlungen bearbeiten.

Wäre der Bitcoin eine Blase, wäre dies eine lehrbuchreife Operation der Regierung: Sie sticht mit der Nadel hinein Es darf kein Geld mehr rein, nur noch raus. Die spannende Frage ist es seitdem, was nun im chinesischen Bitcoin-Ökosystem passiert.

Kurz darauf haben die erst die Zahlungsanbieter und dann auch die Banken die Zusammenarbeit mit BTCChina beendet. Der Handel auf der bis dato größten Bitcoin-Börse der Welt schrumpfte zusammen. Zwei große Unternehmen, Baidu und die chinesische Telekom, nahmen die Bitcoin-Akzeptanz zurück.

Es gibt die Nachricht, alle Börsen müssten zum chinesischen Neujahr – also ab dem 31.  Januar – den Betrieb komplett einstellen. Ich weiß nicht, ob es stimmt, aber es könnte interessant werden.

BTCChina hat in den letzten Wochen angefangen, Gutscheine und Bargeld anzunehmen und den Handel damit wieder etwas belebt. Währenddessen hat ihr Konkurent Huobi die Führung übernommen. Die Börse ließ das Geld wohl direkt über die Bankkonten der Geschäftsführer einzahlen, und kam so kurzzeitig auf den weltgrößten Umsatz. Nun wurde diese Möglichkeit allerdings gestrichen. Taobao, das chinesische Ebay, hat kürzlich den Handel von Bitcoins verbannt.

Es gibt zwei Theorien, weshalb China wie wild Bitcoins gekauft hat und dies auch weiterhin tut: Entweder weil sie damit die strengen Kapitalkontrollen umgehen können – oder weil Chinesen einfach exzessive Spekulanten sind.

Über die erste Theorie kann ich nichts sagen. Ich weiß nicht, ob und wie oft der Bitcoin in China genutzt wird, um Geld über die Grenze zu schleusen. Für die zweite Theorie gibt es immerhin einige Hinweise.

Private Spekulation scheint in China Tradition zu haben. Erst 2009 bildete sich die Knoblauchblase, in der Knoblauchknollen zu wahnwitzigen Preisen gehandelt worden sind. Die South China Morning Post (SCMP) nennt China “das Land der Einzelhandelsblasen”. Als Beispiele nennt die SCMP puren Tee, “Bilder mit lachenden Gesichtern”, und, ein drittes: Alte Deutsche Geldscheine. Diese haben wegen ihrer vielen Nullen in den 80er Jahren Spekulanten gereizt.

Die Zeitung erklärt, woher diese Neigung der Chinesen kommt: Seit 1978 wächst das chinesische Wirtschaft mit durchschnittlich 22 Prozent im Jahr (so die SCMP). Chinesen haben Geld zum Sparen, doch die Inflation frisst es ihnen weg. Daher erscheint es rentabler, mit seinem Geld zu spielen.

Die SCMP  berichtet, dass die chinesische Regierung Spekulationsblasen wie die Immobilienblase oft dulde, “damit die Leute ihre Unterhaltung haben”. Wenn es schief geht, kann sie das verspielte Geld immer noch umverteilen. Die Bitcoin-Blase, so die Zeitung weiter, käme jedoch von aussen und  habe nur den Zweck, die chinesischen Massen zu berauben. Da die Regierung sie nicht unter Kontrolle habe, könne sie sie nicht tolerieren.

Soweit eine Zeitung aus China, die angeblich in enger Verbindung mit der chinesischen Regierung steht. Ein chinesischer Teilnehmer von bitcointalk erzählt, dass in China eine Anordnung der Regierung stets vage und interpretierbar bleibt, aber Gehorsam verlangt. Was Gehorsam sei, das müssten die Leute selbst herausfinden. Auf diese Weise werde ein Befehl bei jeder Anwendung neu interpretiert, wodurch sich erst eine Entscheidung herausperle. Was den Bitcoin angehe, sei diese Entscheidung wohl gefallen: Jede weitere Auslegung des Banns vom 5. Dezember falle harscher und harscher aus.

Von einem milden Klima für den Bitcoin kann man in China wohl nicht sprechen. Aber bitte beachten Sie, dass dies nur meine Interpretation von teilweise subjektiven Quellen ist.

Christoph Bergmann bloggt für bitcoin.de, Deutschlands großem Bitcoin-Marktplatz. Zum Blog

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