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Lebensversicherer Exitus?

Bafin: Lebensversicherte müssen damit rechnen, das einzelne Anbieter abgewickelt werden. "Marktaustritte müssen möglich sein." - Wie es dann mit den Zusagen über die Auszahlung steht, ist ungewiss. Warscheinlich sind die Ersparnisse weg. - Droht ein Versicherungsrun?

 

Schon allein der Begriff "Lebensversicherung" ist nichts anderes als eine bewusste Irreführung, denn im Grunde handelt es sich um einen normalen Ansparvorgang, bei dem sich die Versicherungskonzerne eine gehörige Portion abschneiden. War die "Lebensversicherung" bisher also schon eine der ungünstigsten Ansparmöglichlichkeiten überhaupt, so droht demnächst weiteres Ungemach.

Schon jetzt leben viele "Lebensversicherungen" von ihrer Substanz: Schuld sind die Niedrigzinsen. Die zugesicherten Auszahlungen können nur eingehalten werden, weil es ans Eingemachte geht.

Weiteres Problem: Die Versicherungen sind dringend darauf angewiesen, neue Kunden zu generieren, um die Auszahlungen aus dem Cashflow zu leisten. Wegen der geringen Atttraktivität gibt es jedoch kaum noch jemanden der eine neue "Lebensversicherung" abschließt.

Zusätzlich zu all den Problemen fordert die Bafin nun auch noch strengere Kapitalrichtlinien - und genau das könnte für einzelne Konzerne zur Todesfalle werden.

 

Die deutschen Lebensversicherer werden nach Schätzungen ihres obersten Aufsehers wegen der härteren Regulierung in den nächsten zwei Jahren mehr als zehn Milliarden Euro zusätzliche Eigenmittel brauchen. "Das könnte einen zweistelligen Milliardenbetrag erreichen", sagte der Chef der Versicherungsaufsicht bei der Bafin, Felix Hufeld, der "Börsen-Zeitung".

Doch woher nehmen wenn nicht stehlen?

Die Aufsicht habe es  nicht auf eine Konsolidierung (=Pleite) unter den - vielfach kleinen - Lebensversicherern abgesehen, betonte der Bafin-Chef. Trotzdem müssten sich die Kunden darauf gefasst machen, dass der eine oder andere Versicherer abgewickelt wird - bisher ein Tabu. "Marktaustritte müssen möglich sein." Es sei nicht Aufgabe der Bafin, das Scheitern zu verhindern, sondern es für die Betroffenen schonend zu gestalten.

Was heißt "schonend gestalten"?

Es heißt auf jeden Fall, dass ein Teil des Geldes weg ist. Vielleicht aber auch alles.

 

Die Folgen: Es dürfte ein Versicherungsrun geben, der die anderen großen Anbieter mit in den Abgrund reißt. Denn bei den Versicherern gilt ähnliches wie bei den Banken: Wenn zu viele Kunden ihre Policen vorzeitig kündigen oder auch keine mehr abschließen, dann funktioniert das ganze Ponzi-Schema nicht mehr. Ob sich die Bafin dessen bewusst ist, darf bezweifelt werden.

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