Gold setzt seine Korrekturbewegung fort und fällt heute Morgen zeitweise unter 1.310 USD je Feinunze. Noch hält sich das gelbe Edelmetall aber über der charttechnisch wichtigen 200-Tage-Linie, die dem Preis Unterstützung geben sollte.
Von Commerzbank Commodity Research
Nach dem starken Preisanstieg kommt es offensichtlich zu Gewinnmitnahmen. Auch die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten gestern wieder Abflüsse. Diese summierten sich auf 5,5 Tonnen und waren damit so hoch wie zuletzt vor vier Wochen. Der weltgrößte Gold-ETF, SPDR Gold Trust, hat in den letzten drei Handelstagen Abflüsse von insgesamt 10,7 Tonnen verzeichnet. Die Veröffentlichung des Protokolls der letzten Fed-Sitzung am Abend brachte kaum neue Erkenntnisse. Unsere Volkswirte gehen weiter davon aus, dass die US-Notenbank ihre Anleihekäufe bei jedem Treffen um 10 Mrd. USD verringert.
Obwohl der Streik in der südafrikanischen Platinminenindustrie mittlerweile vier Wochen andauert, hat sich der Platinpreis in dieser Zeit sogar um 3% verbilligt. Offenbar ist das Angebot noch ausreichend, um die Nachfrage zu befriedigen. Eigenen Angaben zufolge haben die betroffenen Minenunternehmen – Anglo American Platinum, Impala Platinum, Lonmin – seit Streikbeginn 4,4 Mrd. ZAR (entspricht knapp 400 Mio. USD) Umsatz verloren. Impala, der weltweit zweitgrößte Platinproduzent, bereitet sich darauf vor, dass der Streik bis zu den Wahlen im Mai andauern könnte. In diesem Fall erwarten wir deutlich höhere Platinpreise.



