Die Schweiz hat gestern erstmals seit dem Jahr 1980 wieder detaillierte Statistiken zu ihren Handelsaktivitäten von Gold veröffentlicht. Demnach wurden im Januar rund 85 Tonnen Gold nach Hongkong exportiert, fast die Hälfte der gesamten Schweizer Goldausfuhren.
Von Commerzbank Commodity Research
Die Schweiz hat gestern erstmals seit dem Jahr 1980 wieder detaillierte Statistiken zu ihren Handelsaktivitäten von Gold veröffentlicht. Demnach wurden im Januar rund 85 Tonnen Gold nach Hongkong exportiert, fast die Hälfte der gesamten Schweizer Goldausfuhren. Dieses dürfte weiter nach China verfrachtet worden sein, was auf eine anhaltend hohe Goldnachfrage im Reich der Mitte schließen lässt.
Die Hongkonger Statistikbehörde berichtet im Laufe der nächsten Woche über ihre Handelsaktivitäten mit dem chinesischen Festland. Weitere große Abnehmer des Schweizer Goldes waren Indien, Singapur und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Schweiz stellt das Gold aber nicht selbst her, sondern importiert es aus anderen Ländern und schmilzt es dann für die asiatischen Käufer in kleinere Einheiten um.
Die mit Abstand größte Menge Gold (119 Tonnen) wurde aus Großbritannien eingeführt, welches zu Teilen aus verkauften ETF-Beständen stammen dürfte. Dies untermauert den seit Monaten andauernden Goldfluss von West nach Ost. Silber dagegen scheint in China nur noch eine untergeordnete Rolle zu spielen. Denn gemäß Daten der chinesischen Zollbehörde hat das Reich der Mitte im Januar „nur“ 204 Tonnen Silber importiert. Dies sind 22% weniger als im Vorjahr und entspricht dem niedrigsten Niveau seit Juni.
Die Silbereinfuhren waren damit zugleich den fünften Monat in Folge rückläufig. Sollte sich dieser Trend in den kommen Monaten fortsetzen, droht damit endgültig, ein in der Vergangenheit wesentlich stützender Preisfaktor wegzufallen.



