AKTUELLE PRESSE  |  WIRTSCHAFT  |  POLITIK  |  BÖRSE  |  GOLD  |  KRYPTO  |  ETC  |  WITZIGES

Unser Börsen-Club: +1033%, +484%, +366%: Schau dir die Gewinnerliste an.

Abspaltung der Krim als Resultat westlicher Krisenpolitik?

Vieles spricht gegenwärtig dafür, dass die Krim den ukrainischen Staat innerhalb der nächsten Wochen verlassen wird. - Offensichtlich hat der Westen im gegenwärtigen Konflikt mit Russland schlechte Karten. Und man hat zu hoch gepokert.

 

 

Von Bernd Murawski


Vieles spricht gegenwärtig dafür, dass die Krim den ukrainischen Staat innerhalb der nächsten Wochen verlassen wird. Eine Aufnahme in den russischen Staatsverband wird vermutlich nicht sofort erfolgen, aber Verteidungszusagen erfüllen ja den gleichen Zweck. Die Krim wird einen Status erlangen, der Nordzypern vergleichbar ist, aber dies wird weder Russland noch die Bevölkerung auf der Krim besonders stören.

 

Allmählich offenbart sich westeuropäischen Politikern, dass sie nichts anderes tun können als ohnmächtig zuzuschauen.

 

Dabei war die Situation vor einem Monat noch eine ganz andere. Russland und der von ihm unterstützte Janukowitsch waren in der Defensive. Es gelang, der russischen Seite grössere Zugeständnisse abzuringen. Der Kompromiss zwischen der Opposition und Janukowitsch, der unter Vermittlung Deutschlands, Frankreichs und Polens ausgehandelt und von diesen garantiert wurde, hätte in seinem Ergebnis zu einer Annäherung der Ukraine an die EU geführt. Russland wurde also gezwungen zu akzeptieren, dass der Versuch einer Integration in die von Russland angestrebte Zollunion misslungen ist.

 

Doch dann überschlugen sich die Ereignisse. Die auf dem Maidan versammelten Oppositionellen waren nicht bereit, ihre Waffen abzugeben. Das Innenministerium zog die Polizeikräfte von Janukowitschs Residenz ab, der Präsident floh. Ein Teil seiner Partei lief zur Opposition über, der Rest verschwand. Eine Übergangsregierung wurde gebildet, in der nationalistische Extremisten, aber keine Vertreter der russischsprachen Regionen vertreten waren.

 

Und wie reagierte der Westen? Man schaute nicht nur zu, sondern äusserte offen Sympathie für die „Revolution“. Die neue Regierung wurde sofort anerkannt und ihr wurde jegliche Unterstützung zugesagt. Dadurch hat man Russland nicht nur brüskiert, sondern auch aufgeschreckt. Dort kennt man die Pläne US-amerikanischer Think tanks sehr genau, die auf eine Einkreisung und Instabilisierung Russlands abzielen.

 

Man brauchte sich eigentlich nicht darüber zu wundern, dass das unter Putin wiedererstarkte Russland sich wehrte. Und Russland konnte moralisch auftrumpfen: Dem Westen warf man vor, er akzeptiere den von den Vertretern der Übergangsregierung praktizierten Vertragsbruch, er verurteile nicht die Beteiligung von rechten Extremisten an der Regierung und er schweige zu den Aktivitäten militanter nationalistischer Gruppen in der West-Ukraine. Aber das störte unsere Volksvertreter kaum: Russische Einwände wurden einfach ignoriert.

 

Dagegen wurde der russischen Seite hinsichtlich der Lage der russischsprachigen Bevölkerung in der Ukraine unzulässige Einmischung vorgeworfen. Moskaus Drohungen, so hiess es, muss man entschlossen entgegentreten. Gemässigte Politiker vor allem aus Deutschland verlangten von Russland, im Interesse einer Deeskalation mit Vertretern der Ukraine zu sprechen - wohl wissend dass damit die Übergangsregierung aufgewertet würde. Dabei ist die russischer Sicht, deren Rechtmässigkeit in Frage zu stellen, verständlich.

 

Bei einer Abspaltung der Krim durch militärisches Engagement handelt es sich zweifellos um einen Bruch internationalen Rechts durch Russland. Als Hauptmotiv lässt sich die Sorge um die Zukunft des Marinestützpunkts in Sewastopol benennen, aber es sollte auch nicht der Druck zum Handeln vernachlässigt werden, der nicht nur von russischsprachigen Ukrainern, sondern auch von der eigenen Bevölkerung ausgeht.

 

Faktisch bietet der Westen der russischen Regierung eine willkommene Gelegenheit, die Krim der Ukraine zu entreissen, zumal da er in der Vergangenheit ähnlich agierte. Erinnert sei an die Aufspaltung Jugoslawiens, die ebenso ohne UN-Mandat erfolgte wie die militärischen Aktionen im Irak, in Afghanistan und in Libyen. Dort konnte man sich nicht einmal auf den erklärten Willen der Bevölkerungsmehrheit berufen.

 

Der Glaube, Putin in die Knie zwingen zu können, führte offenbar zu einer masslosen Überschätzung der eigenen Position. Wie kann der Westen denn reagieren, wenn die Krim die Ukraine verlässt? Ein Einmarsch der Nato ist ausgeschlossen, ebenso militärische Aktionen seitens der Ukraine, da dann Moskau zu Hilfe eilen würde.

 

Wirtschaftssanktionen? Hier droht eher ein Riss quer durch die EU als ein realer Schaden für die russische Wirtschaft. Das Einbrechen europäischer Aktienkurse bei gleichzeitig neuen Rekordhöhen US-amerikanischer Indizes signalisiert unmissverständlich, wer wirtschaftlichen Schaden erleiden und wer profitieren würde. So ist auch ein Zwist mit den Amerikanern vorprogrammiert, vor allem wenn man sich vergegenwärtigt, dass dort die Manipulation der öffentlichen Meinung jener in Russland kaum nachsteht und Obama infolgedessen massiv unter Druck ist.

 

Natürlich würden Sanktionen auch Russland wirtschaftlich treffen. Allerdings ist die russische Bevölkerung schon auf eine Bereitschaft zu Opfern eingeschworen worden, und es gibt ja noch asiatische Partner, die gerne in die Bresche springen. Auf eine politische Eiszeit mit Boykottmassnahmen würde unweigerlich eine erhebliche Beeinträchtigung wirtschaftlicher Kooperation folgen, da diese ein hohes Mass an gegenseitigem Vertrauen voraussetzt.

Die wirtschaftlichen Rückschläge in einigen westeuropäischen Staaten wären zweifellos gravierender als jene in Russland.

 

Ausserdem sollte nicht die Rechnung vergessen werden, die die Ukraine dem Westen präsentiert. Hierbei geht es nicht nur um den momentanen Schuldenberg. Beträchtliche Teile der ukrainischen Produktion wären nach einer EU-Assoziation nicht konkurrenzfähig. Offenbar wird nicht erkannt, dass Russland bisher bereit war, der Ukraine einen „politischen Preis“ zu zahlen. Dies betraf nicht nur Preisnachlässe bei Gaslieferungen, sondern auch die Bereitschaft, Produkte der Landwirtschaft und der Schwerindustrie abzunehmen. Es steht ausser Frage, dass Russland neue Lieferanten findet würde, wenn auch vorübergehende Engpässe und zusätzliche Kosten entstehen könnten. Für den Westen wäre die Belastung ungleich höher. Kommt es erst einmal zu massiven Beschäftigungseinbrüchen in der Ukraine, dann sind politische Unruhen quasi vorprogrammiert, sodass nicht einmal eine erneute Orientierung gen Osten ausgeschlossen ist.

 

Offensichtlich hat der Westen im gegenwärtigen Konflikt mit Russland schlechte Karten. Und man hat zu hoch gepokert. Wie Russland sich dem zwischen Janukowitsch und der Opposition ausgehandelten Abkommen zähneknirschend unterworfen hat, sollte auch der Westen bereit sein „zurückrudern“. Man könnte etwa Druck auf die ukrainische Regierung ausüben und verlangen, die nationalistischen Extremisten aus der Regierung zu entfernen und stattdessen Vertreter der Partei der Regionen aufzunehmen – sozusagen als Kondition für finanzielle Zusagen. Und höchstwahrscheinlich würde Russland nicht nur eine solche Übergangsregierung anerkennen, sondern sich auch an einem Hilfsprogramm beteiligen.

Newsticker Ukraine

Letzte Videos aus Ukraine

Wissen macht reich:  Vertrauliche Börsen-News im MM-Club

Neue Videos:

Marlene Dietrich in "Der blaue Engel" - 1. deutscher Tonfilm: YouTube

Börse 24h
Börsen News

Mein bestes Börsenbuch:

 

BITCOIN LIVE

Bitcoin + Ethereum sicher kaufen Bitcoin.de
Bitcoin News
Spenden an MMnews
BTC:
bc1qwfruyent833vud6vmyhdp2t2ejnftjveutawec

BCH:
qpusq6m24npccrghf9u9lcnyd0lefvzsr5mh8tkma7 Ethereum:
0x2aa493aAb162f59F03cc74f99cF82d3799eF4CCC
Aktuelle Presse
Ärztechef will deutlich höhere Preise für Zigaretten und Alkohol

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, spricht sich für eine deutliche Verteuerung von Tabak- und Alkoholprodukten aus. Ziel sei es, insbesondere Jugendliche [ ... ]

Die israelische Regierung hat am Sonntag den Völkermord an den Armeniern durch das Osmanische Reich während des Ersten Weltkrieges offiziell anerkannt. Grundlage ist ein Resolutionsentwurf von [ ... ]

In der Debatte über mehr Hitzeschutz in Deutschland kommt aus der Union die Forderung nach Sonnencremespendern in deutschen Städten. "Auch Wasser- und Sonnencremespender sollten installiert werden, [ ... ]

In der Nacht zu Sonntag ist ein weiterer Temperaturrekord in Deutschland aufgestellt worden.

Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach vorläufigen Ergebnissen am Vormittag mitteilte, ist die Temperatur [ ... ]

Der serbische Präsident Aleksandar Vucic hat seinen baldigen Rücktritt in Aussicht gestellt. Er werde noch einige Wochen Präsident sein und dann zurücktreten, sagte er vor Anhängern [ ... ]

Bofinger warnt vor Integration von Beamten in gesetzliche Rente

Peter Bofinger, Mitglied der Rentenkommission, warnt vor einer Einbeziehung von Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung. "Das wäre eine massive Doppelbelastung für den öffentlichen [ ... ]

Südkorea und Japan wollen ihre Verteidigungskooperation vertiefen. Die Verteidigungsminister beider Länder einigten sich bei einem Treffen in Seoul unter anderem auf eine verstärkte Zusammenarbeit [ ... ]

Haftungsausschluss

Diese Internet-Präsenz wurde sorgfältig erarbeitet. Der Herausgeber übernimmt für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den aufgeführten Informationen, Empfehlungen oder Hinweisen resultieren, keine Haftung. Der Inhalt dieser Homepage ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt. Die Informationen sind keine Anlageempfehlungen und stellen in keiner Weise einen Ersatz für professionelle Beratung durch Fachleute dar. Bei Investitionsentscheidungen wenden Sie sich bitte an Ihre Bank, Ihren Vermögensberater oder sonstige zertifizierte Experten.


Für Schäden oder Unannehmlichkeiten, die durch den Gebrauch oder Missbrauch dieser Informationen entstehen, kann der Herausgeber nicht - weder direkt noch indirekt - zur Verantwortung gezogen werden. Der Herausgeber übernimmt keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen auf seiner Internet-Präsenz.

 

Vorsorglicher Hinweis zu Aussagen über künftige Entwicklungen
Die auf dieser Website zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen geben subjektive Meinungen zum Zeitpunkt der Publikation wider und stellen keine anlagebezogene, rechtliche, steuerliche oder betriebswirtschaftliche Empfehlung allgemeiner oder spezifischer Natur dar.

Aufgrund ihrer Art beinhalten Aussagen über künftige Entwicklungen allgemeine und spezifische Risiken und Ungewissheiten; und es besteht die Gefahr, dass Vorhersagen, Prognosen, Projektionen und Ergebnisse, die in zukunftsgerichteten Aussagen beschrieben oder impliziert sind, nicht eintreffen. Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass mehrere wichtige Faktoren dazu führen können, dass die Ergebnisse wesentlich von den Plänen, Zielen, Erwartungen, Einschätzungen und Absichten abweichen, die in solchen Aussagen erwähnt sind. Zu diesen Faktoren zählen

(1) Markt- und Zinssatzschwankungen,

(2) die globale Wirtschaftsentwicklung,

(3) die Auswirkungen und Änderungen der fiskalen, monetären, kommerziellen und steuerlichen Politik sowie Währungsschwankungen,

(4) politische und soziale Entwicklungen, einschliesslich Krieg, öffentliche Unruhen, terroristische Aktivitäten,

(5) die Möglichkeit von Devisenkontrollen, Enteignung, Verstaatlichung oder Beschlagnahmung von Vermögenswerten,

(6) die Fähigkeit, genügend Liquidität zu halten, und der Zugang zu den Kapitalmärkten,

(7) operative Faktoren wie Systemfehler, menschliches Versagen,

(8) die Auswirkungen der Änderungen von Gesetzen, Verordnungen oder Rechnungslegungsvorschriften oder -methoden,

Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass die oben stehende Liste der wesentlichen Faktoren nicht abschliessend ist.

Weiterverbreitung von Artikeln nur zitatweise mit Link und deutlicher Quellenangabe gestattet.

 

© 2023 MMnews.de

Please publish modules in offcanvas position.