Die BIZ hat eine neue Statistik veröffentlicht. Demnach sind die Schulden weltweit auf 100 Billionen angewachsen. Andere berechnungen sagen: es sind 200 Billionen. Was macht das schon für einen Unterschied? Wer zählt denn noch Billionen? - Das meiste Geld ging für Banken-Rettungen drauf.
Die globalen Schulden sind bis Mitte 2013 auf rund 100 Billionen Dollar gestiegen, berichtet die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in ihrem am Sonntag veröffentlichten Quartalsbericht. Wenn sich die Experten in Basel da nicht verrechnet haben...
Die BIZ ist die Dachorganisation der nationalen Notenbanken. Sie schätzt den Schuldenstand anhand aller im Umlauf befindlichen Schuldtitel. Nach der Finanzkrise hätten Staaten und Unternehmen in großem Umfang Anleihen ausgegeben, erklärten die BIZ-Experten den starken Anstieg seit 2007. Das Resultat: jetzt 100 Billionen Schulden, 43% mehr als noch kurz vor Beginn der Geldsystemkrise Mitte 2007.
Hintergrund für die Schuldenexplosion waren laut BIZ in erster Linie Konjunkturprogramme und Geldspritzen für Bankenrettungen. Den Bestand der staatlichen Schuldtitel beziffert die BIZ bis Mitte Juni 2013 auf 43 Billionen Dollar. Dies seien etwa 80 Prozent mehr staatliche Schulden weltweit als Mitte 2007. In den Jahren 2007 bis 2013 hätten sich Unternehmensanleihen in ähnlichem Tempo ausgeweitet.
Auf ganz andere und höhere Schuldzahlen kommt Unternehmensberater McKinsey Global in seiner letzten Studie. Demnach ist die Weltschuldenmenge von 158 Billionen im Jahr 2010 auf die Rekordsumme von 200 Billionen 2012 gestiegen: Macht ein Plus von 42 Billionen in nur zwei Jahren!
Aber wer zählt die Nullen noch? Wer die Billionen? Oder in Zukunft die Trillionen? Es läuft doch alles super. Für 2 Euro bekomme ich im Restaurant noch meinen Kaffee. Aber wie lange noch?
Nun glauben einige Optimisten, dass es auch bei 400 Bio. Dollar Weltverschuldung noch weiter gehen könne. Doch das ist eine naive Annahme. Denn schon jetzt erzeugen immer mehr Schulden immer weniger Wachstum. Anders ausgedrückt: egal wieviel Geld Staaten und Notenbanken noch drucken - es hat keine Wirkung mehr.
Am Ende nutzen auch neue Rettungsschirme und Schuldenlimit-Erhöhungen nichts mehr. Sie haben einen Null-Effekt. Es droht die Singularität: Schulden tendieren gegen unendlich, Wachstum tendiert gegen Null, Zinsen Null.
Das ist dann spätestens der Zeitpunkt, an dem Geld wertlos wird - ganz einfach, weil es nichts mehr bewirkt: Auch wenn man eine Trillion in den Wirtschaftskreislauf pumpen würde, hätte es keinen Effekt mehr. Dies zeichnet sich insbesondere schon Japan ab, aber auch in den USA und der EU.
Am Ende sieht es so aus: es gibt keinen Kaffee mehr gegen Euro oder Dollar. Vertrauen verspielt. Geld wertlos.
Wer das Geldsystem kennt, für den ist es sicher keine Neuigkeit, dass die Schulden in der Spätphase eines solchen Systems in exponentielles Wachstum übergehen. Das ist sozusagen das eingebaute Suizidprogramm der schönen Schein-Welt. Ursache: Der Zinseszins-Effekt. Dieser wird den Sparern immer bildhaft vorgemalt, wenn's um die Altersvorsorge geht. Problem dabei: Das Guthaben des einen müssen in diesem System die Schulden eines anderen sein - denn Geld=Schuld.
Dieser Zinseszinseffekt gilt natürlich auch systemisch, also für das globale Geldsystem. Das haben viele Beobachter aber nicht im Blick. Eine globale Geldmenge X verzinst sich mit dem Zins Y - sie wächst also und das mit zunehmenden Tempo.
Aber auch, wenn man das System nicht begreift, so ist doch unübersehbar, dass Schulden dauernd steigen. Das hat jetzt auch die BIZ festgestellt. Eigentlich nichts neues für Geldsystemexperten. Man wundert sich, dass es immer noch so gut läuft. Die nächste Meldung der BIS wird wahrscheinlich sein, dass die Weltschuldenmenge auf 300 Bio. gestiegen ist. Und so weiter. Nur eines ist sicher: Ab einen bestimmten Punkt ist das Vertrauen verspielt. Dann kollabiert unser schönes Scheinsystem. Dann wird die Welt eine andere sein.



