Vorsitzender des Ost-Ausschusses Cordes: Sanktionen kommen uns alle teuer zu stehen. „Der Handel mit Russland sichert hierzulande rund 350.000 Arbeitsplätze ab, deutsche Unternehmen wie VW oder Metro haben umgekehrt einige zehntausende Beschäftigte in Russland“.
Laut Cordes kann sich Deutschland seit Jahrzehnten darauf verlassen, dass Russland die Verträge mit Deutschland erfüllt. „Auch aktuell betont die russische Seite, dass es zu keinen Lieferunterbrechungen beim Gas und Öl kommen wird.“ Die Russen wF! Crden eher die Diskussion mit Sorge sehen, dass sich Europa unabhängig von solchen Lieferungen machen wolle. „Als Reaktion darauf will man sich in Zukunft stärker nach China orientieren. Das kann eigentlich nicht in unserem Interesse liegen“, warnte der Vorsitzende des Ost-Ausschusses. Er zeigte sich davon überzeugt, dass „Wirtschaftssanktionen uns alle teuer zu stehen kommen“. Cordes wies auch auf die derzeit fehlende Investitionssicherheit in Russland hin: „Wenn ich als Vorstandschef entscheiden müsste, ob ich heute eine halbe Milliarde Euro in Russland investiere, würde ich die Entscheidung natürlich verschieben.“
Angesichts der Krim-Krise, die Abhängigkeit von Russland als Energielieferant und Absatzmarkt zu verringern, lehnte Cordes ab. „Der Handel mit Russland sichert hierzulande rund 350.000 Arbeitsplätze ab, deutsche Unternehmen wie VW oder Metro haben umgekehrt einige zehntausende Beschäftigte in Russland“, sagte der frü! here Chef des Düsseldorfer Handelskonzerns. Wer geschäftliche Verbindungen habe, „hat kein Interesse daran, dass es dem Partner schlechtgeht und wird immer an Kooperationen interessiert sein, im Gegensatz zu einem isolierten Land.“



