Während es um die Commerzbank derzeit ziemlich ruhig ist, droht Deutschlands größten Bankhaus neuer Ärger: Jürgen Fitschen, Co-Chef der Deutschen Bank, hat eine Einigung mit den Münchner Staatsanwälten offenbar ausgeschlagen - nun droht ihm eine Anklage wegen Prozessbetrugs.
Jürgen Fitschen, Co-Chef der Deutschen Bank, hat eine Einigung mit den Münchner Staatsanwälten offenbar ausgeschlagen - nun droht ihm eine Anklage wegen Prozessbetrugs, berichtet der SPIEGEL in seiner neuen Ausgabe. Die Ermittler verdächtigen den Bankmanager und vier ehemalige Kollegen, sie hätten während des jahrelangen Rechtsstreits mit dem verstorbenen Medienunternehmer Leo Kirch und seinen Erben vor Gericht bewusst falsch ausgesagt, um Schadensersatzansprüche abzuwehren.
Fitschen selbst werfen die Ermittler vor allem die Verletzung von Aufsichtspflichten vor. Nachdem die Deutsche Bank sich mit den Klägern auf einen Vergleich geeinigt hat und ihnen rund 900 Millionen Euro zahlt, wollten die Staatsanwälte das Ermittlungsverfahren gegen Fitschen schnell beenden. Sie boten ihm an, es nach dem Ordnungswidrigkeitengesetz gegen Zahlung einer Geldbuße einzustellen.
Doch Fitschen und seine Anwälte lehnten das Angebot ab, offenbar aus Sorge, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) könnte daraufhin möglicherweise seine Eignung zur Führung der Bank überprüfen. Stattdessen lassen sie es nun wohl auf einen Prozess ankommen - in der Hoffnung auf einen Freispruch für Fitschen. Die Deutsche Bank wollte sich zu dem Vorgang unter Berufung auf das laufende Verfahren nicht äußern.



