China hat im Februar überraschend viel Gold aus Hongkong importiert. Die Netto-Einfuhren beliefen sich auf 112,3 Tonnen und waren damit nicht nur die höchsten seit Oktober, sondern zugleich fast doppelt so hoch wie im Vorjahresmonat.
Von Commezbank Commodity Research
Die Hongkonger Statistikbehörde hat gestern Daten zum Goldhandel zwischen der ehemaligen britischen Kronkolonie und dem chinesischen Festland veröffentlicht. Demnach hat China im Februar mit 125 Tonnen überraschend viel Gold aus Hongkong importiert. Die Netto-Einfuhren beliefen sich auf 112,3 Tonnen und waren damit nicht nur die höchsten seit Oktober, sondern zugleich fast doppelt so hoch wie im Vorjahresmonat. Im Januar hatte China weiteren Banken die Lizenz für Goldimporte erteilt, wodurch die hohe Goldnachfrage der chinesischen Bevölkerung besser befriedigt werden konnte.
Auch haben einige Großhändler ihre Lagerbestände nach robusten Goldverkäufen im Vorfeld des chinesischen Neujahrsfestes wieder aufgefüllt. Darüber hinaus berichten chinesische Finanzkreise, dass Gold ebenfalls zu Finanzierungszwecken importiert wurde, um kurzfristige Bankkredite zu erhalten. Gold wird in diesem Zusammenhang offensichtlich stärker vertraut als zum Beispiel Kupfer oder Eisenerz.
Im Januar und Februar zusammen hat China 202,1 Tonnen Gold aus Hongkong eingeführt. Behält China dieses Tempo für den Rest des Jahres bei, könnte das Rekordniveau aus dem Vorjahr (1.158 Tonnen) erreicht werden. China dürfte damit zum Preisanstieg von Gold im Februar beigetragen haben – Gold verteuerte sich um 6,6% – und wird unseres Erachtens auch im Jahresverlauf eine wesentliche Stütze des Goldpreises bleiben.



