Nach wochenlanger Suche funkten Satelliten endlich Bilder von möglichen Trümmerteilen von Malaysia Airlines MH370 - doch anstatt die Funde zu inspizieren wird übernacht die Suche abgebrochen und plötzlich von einer anderen Absturzstelle berichtet.
Von Michael Mross
Das Mysterium um den Flug MH370 wird immer rätselhafter. Wochenlange Suche und Spekulationen, dann endlich erste Bilder von möglichen Trümmerteilen. Erst wenige, dann immer mehr Objekte, die im südlichen Indischen Ozean treiben. Schließlich sollen es sogar über 300 mögliche Trümmer gewesen sein. Schiffe und Flugzeuge wurden ausgesendet und ein Spezial-Uboot klargemacht. Doch jetzt heißt es: Suche abrechen.
Anstatt die vielversprechende Fundstelle näher unter die Lupe zu nehmen, wird übernacht plötzlich eine neue Flugroute konstruiert und die Satellitenbilder völlig außer Acht gelassen. Ist das logisch? Ganz sicher nicht.
Die einzig richtige Handlung wäre gewesen, sich die Trümmerteile näher anzuschauen. Doch das findet nicht statt. Schiffe und Flugzeuge wurden zurückbeordert und sollen nun eine neue Fundstelle inspizieren, von der Satelliten bisher noch kein einziges Trümmerteil gefunkt haben.
Das wirft Fragen auf und rundet das Bild der Odyssee von MH370 weiter ab. Es ist eine einzige Geschichte von Irrungen und Wirrungen, von angeblichen Routen und Radarsignalen, von Informationen die entweder falsch oder zurückgehalten wurden oder erst später ans Licht kamen.
Wir erinnern uns: Anfangs wollte Malaysia Airlines ja nocht nicht einmal den Absturz bestätigen. Dies geschah erst Tage später. In der Zwischenzeit berichteten Angehörige, dass sie Passagiere noch anrufen konnten. - Ob das stimmt oder nicht, MH370 gibt auf jeden Fall Anlass zu viel Verschwörungstheorie und diese wird von den Behörden jeden Tag neu gefüttert. Manch einer wähnt MH370 gar auf Diego Garcia, einem US-Stützpunkt auf einem einsamen Atoll des Indischen Ozeans. Darüber wird besonders in malaysischen Foren spekuliert. Die dort vorgestellte Strecke führt über die Malediven zu dem Atoll und würde zu der zuletzt festgestellten Flugrichtung passen.
Dass nun die vielversprechende Suche bei den gesichteten Trümmerteilen plötzlich abgebrochen wird, verstärkt nicht gerade das Vertrauen in die Behörden. Will man MH370 gar nicht finden? Werden die wochenlangen Finten über mögliche Absturzstellen möglicherweise bewußt gestreut, um die wahre Flugroute zu verschleiern? Bei den Millionen, welche die Suche bis jetzt verschlungen hat, wäre es ja wohl selbstverständlich, das noch vor Tagen aktuelle Absturzgebiet zumindest einmal in Augenschein zu nehmen. Doch das passiert nicht.
In diesem Zusammenhang sind auch Meldungen über die mögliche Fluggeschwindigkeit nur reine Spekulation. Flog die Maschine langsamer und hatte damit eine größere Reichweite, oder schneller? Nachdem man zwei Wochen angeblich überhaupt keine Daten hatte, wird plötzlich über die Fluggeschwindigkeit spekuliert.
Es ist und bleibt eines der größten Rätsel der Luftverkehrsgeschichte überhaupt, dass ein Riesenflieger verschwindet und nirgendwo gefunden wird - in einer Welt, in der jedes 20Euro-Handy von der NSA geortet werden kann.



