Preisanstieg von Gold nach den US-Arbeitsmarktdaten wohl nur von kurzer Dauer. Denn die Gold-ETFs sehen sich weiteren Abflüssen gegenüber und haben allein in der letzten Woche 15,3 Tonnen verloren. Dies waren die bislang höchsten Wochenabflüsse in diesem Jahr.
Von Commerzbank Commodity Research
Gold verteuerte sich am Freitag um 1,3% und handelt wieder knapp über der Marke von 1.300 USD je Feinunze. Der Preisanstieg erfolgte trotz solider US-Konjunkturdaten – im März wurden in den USA 192 Tsd. neue Stellen geschaffen – und entgegen des daraus folgenden Anstiegs des US-Dollars. Die US-Währung wertete gegenüber dem Euro auf ein 5-Wochenhoch auf.
Offenbar hatten einige Marktteilnehmer am Goldmarkt noch bessere Daten erwartet. Ob sich der Preis allerdings über 1.300 USD halten kann, scheint fraglich. Denn die Gold-ETFs sehen sich weiteren Abflüssen gegenüber und haben allein in der letzten Woche 15,3 Tonnen verloren. Dies waren die bislang höchsten Wochenabflüsse in diesem Jahr.
Auch die spekulativen Finanzinvestoren haben sich bei Gold weiter zurückgezogen. In der Woche zum 1. April haben sie ihre Netto-Long-Positionen die zweite Woche in Folge auf jetzt 91,5 Tsd. Kontrakte abgebaut – den niedrigsten Stand seit sechs Wochen. Die physische Goldnachfrage scheint derzeit ebenfalls eher verhalten zu sein. Dies wird nicht nur an den US-Münzabsätzen deutlich. So hat beispielsweise die Türkei im März nur zwei Tonnen Gold importiert. Im ersten Quartal waren es nicht einmal zehn Tonnen. Dies dürfte auf die massive Abwertung der Türkischen Lira zurückzuführen sein, wodurch der Goldpreis in lokaler Währung gerechnet auf ein 15-Monatshoch gestiegen war. Im Dezember hatte die Türkei noch über 31 Tonnen Gold eingeführt.



