Schwache Aktienmärkte und die geopolitischen Spannungen in der Ukraine haben dem Goldpreis Auftrieb gegeben. Im DAX sind heute Commerzbank, Lufthansa, Infineon die Hauptverlierer. Commerzbank: doch keine Übernahme?
Schwache Aktienmärkte und die geopolitischen Spannungen in der Ukraine haben dem Goldpreis Auftrieb gegeben, sodass dieser heute früh wieder über 1.300 USD je Feinunze notiert, nachdem Gold gestern noch unter dieser Marke geschlossen hatte.
Im DAX sind derzeit besonders die größten Gewinner der letzten Zeit unter Druck: Commerzbank, Lufthansa, Infineon. Heute Abend beginnt in den USA die Quartalssaison und manche Beobachter befürchten, dass es hier zu negativen Überraschungen kommt. Die US-Investmentbank Merrill Lynch hat Infineon aus Bewertungsgründen von "Neutral" auf "Underperform" abgestuft und das Kursziel von 7,90 auf 7,30 Euro gesenkt. - Die Phantasie, dass eine ausländische Großbank die Commerzbank zu einem strategischen Preis übernehmen könnte, galt in der Rally im zweiten Halbjahr 2013 als wichtige Triebfeder. Doch nun werden an der Börse Zweifel laut, ob es tatsächlich zu einer Übernahme kommt.
Der jüngste Preisanstieg bei Gold scheint stark durch spekulativ orientierte Anleger getrieben zu sein: Dafür sprechen zum Indizien einer schwachen physischen Nachfrage aus China. Diese Entwicklung lässt sich zumindest teilweise auf die Wertverluste des Chinesischen Yuan zurückführen, der im Februar und März den stärksten Monatsverlust seit der Flexibilisierung im Jahr 2005 verzeichnete und damit den Goldpreis in lokaler Währung merklich steigen ließ. Darüber hinaus fuhren die chinesischen Banken ihre Nachfrage angesichts negativer physischer Prämien zurück. Aufschluss hierüber werden die Goldimporte via Hongkong geben, welche in ca. zwei Wochen veröffentlicht werden. Zum anderen gab es gestern bei den Gold-ETFs keinerlei Zuflüsse, sodass auch hiervon der Preis nicht unterstützt wurde. Gering ausfallende Inflationsraten sollten sich in nächster Zeit ebenfalls bremsend auf den Goldpreis auswirken. Im Schlepptau von Gold zog auch der Silberpreis gestern an und sprang am Morgen über die 20 USD-Marke.
Währenddessen verzeichnete der weltgrößte Platin-ETF NewPlat aus Südafrika am Freitag den stärksten Tageszufluss seit einem Monat. In der Folge stiegen dessen Gesamtbestände erstmals über die Marke von 1 Mio. Unzen. Der Platinpreis dürfte zudem durch den andauernden Streik in der südafrikanischen Platinindustrie unterstützt bleiben.



