Vieles, was nicht in den Mainstream passt oder der Ansicht von CDUSPDGRÜNELINKE widerspricht, wird heute als "rechts" qualifiziert. Neuester Trend: Verständnis für Russland steht laut Historiker Winkler in der Tradition rechten Gedankenguts der Weimarer Zeit und des Nationalsozialismus.
Der Historiker Heinrich August Winkler sieht die sogenannten Putin-Versteher in der Tradition rechten Gedankenguts der Weimarer Zeit und des Nationalsozialismus. In einem SPIEGEL-Essay unter der Überschrift "Die Spuren schrecken" zieht Winkler eine Linie von "rechten Politikern, Militärs und Intellektuellen" der Weimarer Zeit über Goebbels bis zu den heutigen Verfechtern deutsch-russischer Sonderbeziehungen.
"Putins deutsche Verteidiger wissen nicht, in welcher Tradition sie stehen", schreibt Winkler. In der aktuellen Ukraine-Debatte bestreitet der Historiker, der bis 2007 an der Berliner Humboldt-Universität lehrte, dass der Westen Russland zugesagt habe, dass sich das westliche Bündnis nicht nach Osten ausdehnen wird. "Die in letzter Zeit häufig wiederholte und auch von Putin aufgestellte Behauptung, die Nato habe ihr Versprechen gebrochen, sich nicht nach Osten auszudehnen, ist eine historische Legende", schreibt Winkler.
Gleichzeitig wendet sich der Historiker gegen eine künftige Nato-Mitgliedschaft der Ukraine: "Die Einbeziehung dieser historisch eng mit Russland verbundenen ehemaligen Sowjetrepublik in die Nato müsste Russland in der Tat als ,Einkreisung' empfinden."



